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Bundestagswahl
CSU-Spots: Zwischen Eloge und Stand-up-Comedy

Obwohl die CSU wie gewohnt nur in Bayern zur Wahl steht, lässt sich die Partei nicht lumpen und veröffentlicht im Endspurt zur Bundestagswahl gleich zwei Spots. Die könnten unterschiedlicher kaum sein.

Text: W&V Redaktion

31. August 2021

Die CSU leistet sich ein Wahlkampfspot-Doppel. Das ist das per Social Media verbreitete Video mit Dobrindt als Erzähler.
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In Bayern ist die CSU eine Hausnummer und seit jeher bei Bundestagswahlen ein ebenso wichtiger wie einflussreicher Stimmenlieferant für den jeweiligen CDU-Kanzlerkandidaten. So soll und wird es auch in diesem Jahr sein, auch wenn der CDU-Mann Armin Laschet in keinem der beiden Wahlwerbespots der CSU vorkommt oder gar namentlich genannt wird. Grundsätzlich gehen die Spots, in denen Alexander Dobrindt und Markus Söder im Mittelpunkt stehen, sowohl in der Machart als auch im Tenor vollkommen unterschiedliche Wege.  

Den Söder-Spot hat die Partei bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht. Unterlegt von melodischen Klängen erklärt ein ruhiger und durchaus nicht unsympathisch wirkender Ministerpräsident, dass er seinen Kindern versprochen habe, die Probleme Deutschlands zu erkennen und diese auch zu lösen. Und ja, die Welt retten möchte er "ein Stück weit" ebenfalls. So weit, so gut.

Unterm Strich wirkt das Video allerdings so, als habe sich Söder in einen Wahlwerbespot der Grünen verirrt. Er streift durch Wiesen, tätschelt das Gras und fährt mit dem Fahrrad durch die schöne bayerische Landschaft. Und er wirft der Konkurrenz vor, sie wolle "die Menschen in ein Zwangskorsett stecken und den ganzen Tag belehren." Exakt das Gleiche werfen Kritiker Herrn Söder übrigens ab und zu auch vor.  

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Während der Söder-Spot alles in allem eher nachdenklich wirkt und die anderen Parteien an keiner Stelle direkt angesprochen werden, versucht es der Dobrindt-Film mit Humor und scharfen Attacken. Die Musik ist schmissig, die Bilder der Konkurrenz-Politiker ausgesprochen gut gewählt und der eine oder andere Lacher ist vorprogrammiert. Der Grüne Anton Hofreiter und die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sind allerdings auch sehr dankbare Opfer.

Ab etwa der Hälfte der 82 Sekunden geht Dobrindt auf das ein, was seine Partei mit Bayern und dem ganzen Land in den nächsten Jahren vorhat. Auch hier werden hin und wieder Gesichter von Politikern anderer Parteien und kurze Ausschnitte aus Bundestagsreden eingeblendet – und auch hier darf Frau Esken nicht fehlen. Am Ende des Spots stehen dann austauschbare Plattitüden wie "für Arbeit statt Arbeitslosigkeit" oder "wir wollen, dass dieses Land zusammen arbeitet für eine neue Zeit, eine neue Balance". Diese könnten auch von jeder anderen Partei stammen. Wo bleibt das Alleinstellungsmerkmal, möchte man da fast fragen.           

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Autor: W&V Redaktion

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