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KW43
Das Disgusting Food Museum wird zur Marke

Das Disgusting Food Museum imitiert das Branding einer Food-Marke - spickt diese fiktiven Packungen aber mit Begriffen, die Ekel ausdrücken.

Text: W&V Redaktion

5. Dezember 2018

Das Museum imitiert das Branding einer Food-Marke.
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Der Schwede Samuel West weiß, wie man aus einer schrägen Idee Ausstellungen kreiert und für reichlich Medien-Berichterstattung sorgt. Der Wirtschaftspsychologe hat sich zuerst das "Museum of Failure" ausgedacht und hat dann auch das "Disgusting Food Museum" (DFM) in Malmö auf den Weg gebracht. Seit August zeigt er in Malmö 80 Speisen aus unterschiedlichsten Teilen der Welt, die nicht alle lecker finden - sondern viele ekelhaft. Dazu gehört beispielsweise der sardische Käse Casu Marzu - mit lebendigen Würmern

Das DFM zieht es Anfang Dezember nach Los Angeles (Museum of Architecture and Design). Neben der ausführlichen Beschreibung von Geschmack, Zutaten, Zubereitung sowie kulturellem Kontext, gibt es ausführliche Informationen rund um globale Nahrungs- und Essenskultur. Ein weiterer Höhepunkt ist eine Probier-Theke, an der internationale Speisen wie Insekten oder isländischer Hai verköstigt werden können.

"Alles begann ursprünglich als spontanes kulturelles Experiment und Branding stand dabei nicht im Fokus. Der Erfolg zwang uns aber, die Kommunikation zu professionalisieren. Und das sehr schnell", so West. Er hat von der deutschen Agentur KW43 Branddesign die Marke aufpeppen lassen, um seine globalen Pläne verwirklichen zu können. 

Das Ergebnis ist ein visuell hochwertiger und plakativer Markenauftritt. Er kombiniert den vordergründig unterhaltsamen, mit dem anspruchsvollen sozio-anthropologischen Aspekt der Ausstellung. Ein dynamisches Logo weist auf die unterschiedliche Herkunft der Exponate hin.

Zudem können so weitere geplante Ausstellungen in Europa oder Asien kommuniziert werden. Das Branding zitiert selbstironisch eine fiktive Marke aus dem gehobenen Food-Segment, die jedoch wechselnd mit den Ekel-Begriffen aus verschiedenen Sprachen spielt. So entsteht ein unterhaltsamer Kontrast, der bewusst macht, wie kulturell subjektiv Ekel ist.

"Wir bemerkten schnell, dass Ekel als Emotion global verständlich zu visualisieren kaum möglich ist und dass Objekte, die Ekel auslösen, den kulturellen Anspruch des DFM nicht angemessen repräsentieren. Die Abstraktion des Gefühls über Sprache und Typographie war hier der genau richtige Weg", sagt KW43-Geschäftsführer Rüdiger Götz.

Die Agentur entwickelte zudem auch eine Eröffnungs-Kampagne. An einer neuen Webpräsenz, einem integriertem Ausstellungs-Design und Merchandising-Konzept wird noch gearbeitet.

Innovative Verpackungsideen und Trends der Branche sind auch Thema beim 2. Packaging Summit am 3. und 4. April 2019 in München, zu dem W&V und Neue Verpackung einladen. Mehr zum Programm und den Referenten gibt es unter www.packagingsummit.de. Anmeldungen mit Frühbucherrabatt sind bereits möglich.

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