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Havas Media Corona Monitor
Die Beinahe-Normalität ist wieder verschwunden

Der zweite Lockdown ist Realität, die Beinahe-Normalität verpufft. Zwangsläufig ändern sich dadurch die Stimmung, der Medienkonsum und das Kaufverhalten, wie der aktuelle Corona-Monitor von Havas verrät.    

Text: W&V Redaktion

10. Dezember 2020

Zum 11. Mal hat Havas Media die Menschen zu Mediennutzung, Konsum und Alltag befragt.
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Inzwischen ist der Havas Media Corona Monitor, der nun zum 11. Mal erschienen ist, fast schon zur lieb gewonnenen Tradition geworden. War die letzte Version noch von einer neuen Normalität, angenehmen Spätsommertemperaturen und einem Hauch von Optimismus geprägt, sieht es in der aktuellen Befragungswelle ein wenig anders aus. Der Hauptgrund dafür: Der Winterurlaub, auf den sich viele Menschen gefreut haben, rückt in quasi unerreichbare Ferne.

Das Medieninteresse steigt

Drei von vier der 500 befragten Personen zwischen 14 und 69 Jahren glauben nämlich nicht mehr daran, dass eine Reise in den Urlaub in diesem Winter möglich sein wird. Damit verbunden steigt das Bedürfnis, mehr über die aktuelle Lage zum Thema Coronavirus zu erfahren. 80 Prozent der Personen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren informieren sich dazu derzeit mindestens 1-2 Mal täglich in den Medien, die durch die Krise an Bedeutung gewonnen haben.

Zur Ablenkung schauen die Menschen sehr gerne Filme, Serien, Shows und vor allem Sport im Fernsehen oder bei Streaming-Diensten. Immerhin 34 Prozent der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren hört mehr Podcasts als zuvor, während es bei den älteren zwischen 50 und 69 Jahren nur fünf Prozent sind. In etwa die Hälfte der befragten Personen empfindet Werbung dabei als störend, wobei die Akzeptanz mit abnehmendem Alter zunimmt. Und auch in gedruckten Büchern suchen die Menschen nach Zerstreuung. Bei 24 Prozent hat deren Konsum durch die Corona-Krise zugenommen. 

Online-Shopping überholt stationären Handel

Und wie soll es nach der Pandemie weiter gehen? Für viele der befragten Personen mit höheren Ausgaben für Restaurantbesuche, Kino, Theater, Konzerte sowie für Urlaubsreisen. Die Ausgaben für Kleidung dagegen werden nach der Pandemie nicht ansteigen. Mehr als im ersten Lockdown im Frühjahr werden derzeit Takeaway- und ToGo-Angebote von Restaurants genutzt, während die Nutzung der Lieferdienste deutlich abgenommen hat. 

Das Online-Shopping bleibt weiterhin einer der großen Gewinner der Pandemie. 60 Prozent der befragten Personen gaben an, in der vergangenen Woche mehr im Web eingekauft zu haben als zuvor. Keine andere Online-Beschäftigung hat derart stark zugenommen. Und wurde bis zur zehnten Welle online weit mehr Kleidung als Elektronik eingekauft, hat die Elektronik vermutlich dank des bevorstehenden Weihnachtsfestes zuletzt aufgeholt und liegt nun fast gleichauf. Ein wichtiger Trend: Nach knapp der Hälfte im vergangenen Jahr werden in diesem Jahr 65 Prozent aller Geschenke überwiegend Online eingekauft und nur noch 26 Prozent überwiegend im stationären Handel. Immerhin neun Prozent der Personen nutzt die vielfach dazu gewonnene Freizeit zum selber machen von Geschenken. Auf den Wunschzetteln stehen übrigens vor allem Smartphones (12 Prozent), Fernseher oder Tablets (11 Prozent), ein Haushaltsgerät (10 Prozent) oder ein PC oder Laptop (8 Prozent).  

Social Commerce ist derweil ebenfalls im Aufwind. Immerhin 51 Prozent haben bereits über Social Media eingekauft und 38 Prozent könnten sich vorstellen, das auch zukünftig zu tun. 42 Prozent haben bereits Einkäufe getätigt, weil sie Werbung in Social Media gesehen haben. Dabei steigt diese Zahl mit zunehmendem Alter deutlich an, von 26 Prozent bei der älteren auf 64 Prozent bei der jüngsten Zielgruppe.   

Homeoffice - gekommen um zu bleiben 

Angesichts der Dauerkrise sind inzwischen wieder mehr Menschen im Homeoffice als noch bei der letzten Befragung. Diese Zahl ist von 31 Prozent im Oktober auf nunmehr 39 Prozent wieder deutlich angestiegen und glaubt man dem Ergebnis der Befragung, dürfte das Homeoffice auch nach Corona relevant bleiben. Fast die Hälfte der Personen hält das für wahrscheinlich, in den Altersgruppen zwischen 30 und 49 sowie 50 und 69 sind es sogar deutlich mehr als 50 Prozent. 

Bleibt der Ausblick auf die Zeit nach der Krise, die hoffentlich bald vorüber sein wird. Im kommenden Jahr wollen immerhin 70 Prozent eine Reise machen, die meisten davon ins europäische Ausland oder innerhalb Deutschlands. Eine Fernreise planen nur 12 Prozent der befragten Personen. Grundsätzlich können es immer mehr Menschen "kaum erwarten, endlich wieder normal zu reisen". Dieser Anteil stieg zuletzt bei allen drei Altersgruppen auf 73 Prozent (14-29 Jahre), 68 Prozent (30-49 Jahre) und 63 Prozent (50-69 Jahre) sehr deutlich an.

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