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Bestellboom
Die Paketbranche wächst und wächst

Der boomende Online-Handel beschert der Paketbranche weiter steigende Umsätze. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Die Folge: Es gibt nicht mehr genügend Zusteller. Was auch an der schlechten Bezahlung liegt.

Text: W&V Redaktion

10. Februar 2020

Die Deutsche Post (DHL) hat in Deutschland einen Marktanteil von 70 Prozent.
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Für die Paketbranche ist der boomende Online-Handel ein dankbarer Trend, der die Umsätze weiterhin stetig wachsen lässt.

Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Dienstleister in Deutschland 18,78 Milliarden Euro, zeigen Zahlen der Bundesnetzagentur, die der dpa vorliegen. Die Tendenz ist seit Jahren steigend: 2018 lagen die Gesamterlöse noch bei 17,66 Milliarden Euro.

Den größten Zuwachs gibt es bei Paketen. Express- und Kurierlieferungen, die auch in den Umsatz einfließen, stagnieren weitgehend auf ähnlichem Niveau. Marktbeherrschend in der Branche ist die Deutsche Post mit einem Anteil von rund 70 Prozent. Wettbewerber sind Hermes, UPS oder DPD.

Deutsche bestellen Waren für 94 Milliarden Euro

Kleidung, Elektrogeräte, Zimmerpflanzen oder auch Lebensmittel - mittlerweile lassen sich fast alle Waren des täglichen Lebens online bestellen. Und davon machen die Menschen kräftig Gebrauch: Im vergangenen Jahr bestellten Verbraucher Waren und Dienstleistungen im Wert von 94 Milliarden Euro und damit rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel hervorgeht.

Es gibt nicht mehr genügend Zusteller

Die Krux an der Sache: Immer mehr Pakete erfordern auch immer mehr Zusteller. "Schon seit längerem ist der Arbeitsmarkt zunehmend leer gefegt", stellt Verdi-Sprecher Jan Jurczyk fest. "Um Leute rekrutieren zu können, müssen Dienstleister stärker unternehmerisch tätig werden und ihnen verlässliche Arbeitsplätze bieten." Zu viele Unternehmen setzten immer noch auf Subunternehmer, die ihren Angestellten keine tarifliche Absicherung bereitstellten.

Vernichtung einwandfreier Ware wird bald verboten

Ein weiteres Problem der Branche ist die Masse an Retouren. Viele Bestellungen gefallen den Kunden vor Ort doch nicht und gehen dann zurück. Fast 20 Millionen dieser Retouren landen einer Studie der Universität Bamberg zufolge im Müll - das sind zwar nur rund vier Prozent der gesamten Retouren, aber dennoch viel.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will das mit einer Gesetzesreform ändern, die am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll. "In Teilen des Onlinehandels grassiert derzeit eine regelrechte Wegwerfmentalität", sagte Schulze der "Bild am Sonntag". "Dagegen schieben wir nun einen Riegel vor und werden die Vernichtung neuwertiger, voll funktionsfähiger Ware untersagen."

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