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Roland-Berger-Studie
Digitalisierung: Kommunikationsabteilungen hinken hinterher

Während die Kernbereiche in Produktion und Dienstleistung bei der Digitalisierung auf einem guten Weg sind, geben die Kommunikationsabteilungen in den Firmen meist ein schlechtes Bild ab.

Text: W&V Redaktion

2. Juli 2019

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Die Beratungsfirma Roland Berger stellt den Kommunikationsabteilungen in den Unternehmen ein überwiegend schlechtes Zeugnis aus.

In einer Studie zum Thema beklagen die Consultants unter anderem komplexe Strukturen und den immensen Abstimmungsaufwand, der betrieben werde. Die Möglichkeiten, welche die Digitalisierung biete, würden nur sehr zögerlich genutzt. Vor dem Hintergrund ständig steigender Anforderungen drohten nicht wenige Abteilungen langfristig an die Wand zu fahren.

Strategische Planung kommt zu kurz

Zwar würden Ad-hoc-Themen professionell bearbeitet, für alles andere reiche es aber meist nicht. Selbst die (klare) Kommunikation der eigenen Unternehmensziele und -strategie komme unter die Räder, wenn das Alltagsgeschäft alles andere dominiere.

Automatisierte Analysen von Medienresonanz und Social-Media-Aktivitäten kämen zwar immerhin bei 41 Prozent der Befragten zum Einsatz; digitales Storytelling bei 37 Prozent. Danach beginne aber "schon fast das Feld der Liebhaberei": Tools im Bereich Big Data und Digital Intelligence (dazu zählt auch Web Analytics) würden gerade mal von acht Prozent genutzt.

Newsrooms bringen klaren Effizienzschub

Durch die Einrichtung von "Newsrooms" als Schaltzentrale seien Effizienzgewinne von 30 Prozent und mehr möglich, sagen die Experten von Roland Berger. Solch eine abteilungsübergreifende Drehscheibe ermögliche eine schnellere Reaktionsfähigkeit. Außerdem könnten Inhalte dort visuell und multimedial wirkungsvoller aufbereitet werden.

Effektivität entstehe dort, wo Silos und Egoismen wegfielen, resumieren die Autoren. Sie plädieren aber weiterhin für organisatorisch eigenständige Corporate-Communications-Abteilungen. Denn in einer Welt, die zunehmend Kopf stehe, sei Kommunikation alles andere als eine "Schönwetter-Veranstaltung".

Zur Studie geht's hier lang.

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