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Bundesnetzagentur teilt mit:
Doppelt so viele Beschwerden über Telefonwerbung

Die Beschwerden über Telefonwerbung waren 2018 auf eine Höchststand. Vor allem über die Anrufe von Energieversorgern ärgern sich die Deutschen. 

Text: W&V Redaktion

28. Dezember 2018

58 000 schriftliche Beschwerden über Telefonwerbung gab es 2018 bis November.
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Die Zahl der Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung hat sich in nur zwei Jahren mehr als verdoppelt. 58 000 schriftliche Beschwerden von Verbrauchern gingen demnach von Januar bis November bei der Bundesnetzagentur ein - 2016 waren es noch 27 000 Beschwerden.

Zum Beispiel die Verbraucherzentrale Hamburg ist alarmiert und will dagegen vorgehen: Um „Telefonwerbern das Handwerk zu legen, benötigen wir Ihre Unterstützung und handfeste Beweise", heißt es. „Die Gegenseite streitet den Anruf ansonsten einfach ab.“ 

Der ZAW verteidigt die Branche

Thomas Bradler, Jurist bei der Verbraucherzentrale NRW spricht gegenüber der dpa von einem „konstant hohen Niveau“ der Beschwerdefälle, die nur die Spitze des Eisbergs darstellen dürften. Denn nicht jeder unerbetene Anruf mündet in eine Beschwerde.

Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) verteidigt seine Branche: „Eine Beschwerde heißt nicht, dass eine unerlaubte oder verfolgbare Werbung tatsächlich erfolgt ist“, sagt Katja Heintschel von Heinegg, die beim ZAW für Recht und Werbepolitik zuständig ist. Es sei unklar, wie viele der verhängten Bußgelder am Ende Bestand hätten, wenn Unternehmen Widerspruch einlegten. 

Energieversorger nerven am meisten

Für Telefonwerbung in Deutschland gelten klare Regeln: Niemand darf zu Werbezwecken angerufen werden, ohne dass er vorher ausdrücklich zugestimmt hat. Unternehmen, die dagegen verstoßen, können zur Kasse gebeten werden. Zwischen Januar und November verhängte die Bundesnetzagentur 1,1 Mio. Euro Bußgelder. Trotz des Anstiegs der Beschwerden war es etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (1,2 Mio. Euro).

Vor allem über Energieversorgungsunternehmen ärgerten sich die Angerufenen - ein Drittel der Beschwerden ging auf ihr Konto. Gegen zwei Unternehmen wurde im laufenden Jahr die Höchstsumme von je 300 000 Euro Bußgeld verhängt. (mit dpa)

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