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Misslungener Auftritt
Edeka-Kampagne macht Landwirte wütend

Alles nur ein Missverständnis? Eine Jubiläums-Kampagne der Genossenschaft Edeka Minden-Hannover sorgte bei Landwirten in Niedersachsen für eine massive Protestaktion.

Text: W&V Redaktion

27. Januar 2020

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Normalerweise kommt Edeka-Werbung ("Wir lieben Lebensmittel") bei den Kunden gut an. Diesmal ging eine Kampagne aber komplett daneben. Und nicht nur das: Der regionale Auftritt mit Comedian Otto Waalkes als Testimonial hat die Landwirte in Niedersachsen so sehr aufgebracht, dass sie sich zu einer wütenden Protestaktion zusammenfanden.

Anlass für die Aufregung ist die Kampagne, die eigentlich den 100. Geburtstag der Genossenschaft Edeka Minden-Hannover feiern sollte. Dafür wurde Otto Waalkes als Testimonial gewonnen – abgebildet neben dem Spruch: "Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten."

Für Kunden, die beim Einkauf möglichst viel sparen wollen, natürlich eine positive Aussage. Für Landwirte, die zunehmend um angemessene Preise für ihre Produkte kämpfen, ist das hingegen ein massiver Affront.

Die Regale bleiben leer

Den wollten sich viele Bauern nicht gefallen lassen – und so organisierten sie eine massive Protestaktion: In der Nacht auf Montag blockierten rund 250 Landwirte mit ihren Traktoren die Zufahrt zum Zentrallager von Edeka in Wiefelstede. Bis 4 Uhr früh gingen weder Waren ein, noch konnten Lkws von dort die Edeka-Märkte der Umgebung beliefern. Mit dem Resultat, dass viele Regale dort erstmal leer blieben.

Und auch in den Sozialen Netzwerken geht es rund - Edeka wird dort für das "Verramschen" von Lebensmitteln aufs Heftigste kritisiert.

Dabei soll alles nur ein Missverständnis gewesen sein: Mit dem Wort "Essen" seien nicht Lebensmittel gemeint gewesen, sondern der Ort Essen im Landkreis Oldenburg. So heißt es jedenfalls in einer Stellungnahme von Edeka Minden: "Ziel der Marketingkampagne war es, alle Ortschaften, wie zum Beispiel auch Minden oder Bremen in unserem Absatzgebiet individuell anzusprechen." Viel Sinn ergibt diese Erklärung allerdings nicht. Denn am Ende werden ja doch absolute Niedrigpreise promotet – ob nun in Essen oder anderswo.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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