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Corona-Monitor
Es gibt eindeutige Corona-Gewinner

Die Pandemie hat die Menschen weiter fest im Griff. Dennoch ist eine neue Normalität entstanden, von der manche Branchen und die Medien profitieren. Und es gibt Trends, sie sich klar herauskristallisieren.

Text: Anonymous User

21. Oktober 2020

Erneut hat Havas Media die Menschen zu Mediennutzung, Konsum und Alltag befragt.
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Viele haben die oft spätsommerlichen Temperaturen in den vergangenen Wochen für Möglichkeiten außerhalb der eigenen vier Wände genutzt, sei es für Urlaube, Restaurantbesuche oder Shopping in den Innenstädten. Zugleich ahnend, dass die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie bald schon wieder strenger werden dürften. Angesichts der aktuellen Zahlen nicht ohne Grund. Dennoch gibt es weiter klare Trends: So weisen Medien weiterhin eine höhere Nutzung und auch Bedeutung auf als noch vor Corona. Grund hierfür: sie sind – und waren auch während des Lockdowns – permanent und uneingeschränkt nutzbar. Top 3 sind weiterhin das Fernsehen, aber langfristig gesehen vor allem das Internet mit Social Media und auch Streaming.

Das sind einige der Ergebnisse der aktuellen Umfrage von Havas Media. Die Mediaagentur hat zum 10. Mal Bürger und Bürgerinnen in Deutschland zu Mediennutzung, Konsum und Alltag befragt.

TV bleibt weiter wichtig.

Einerseits geht es um Informationen, zum anderen aber auch um Ablenkung. Im Vergleich zur Befragung zur. 9. Corona-Monitor-Welle hat im TV insbesondere Sport an Relevanz gewonnen (+24 %), da beispielsweise die Bundesliga dank eines Hygienekonzeptes den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnte und Spiele wieder übertragen werden.

Vor allem bei den jungen Menschen beliebt.

Corona nervt und mit "normalen" Welten in Streaming-Serien lenken sich vor allem Jüngere gerne ab. Besonders beliebt sind nach wie vor Youtube, Netflix und Prime Video. Obwohl Bewegtbild immer noch zu den beliebtesten Medien gehört, werden Kinos weiterhin wenig besucht. Insbesondere 50-69-Jährige schätzen die Ansteckungsgefahr trotz Hygienekonzept dort als zu hoch ein. Zudem wurden zahlreiche Filmstarts aufgrund der Pandemie verschoben, dadurch verliert das Kinoprogramm an Attraktivität. Neben Kino ist OoH ein weiterer Verlierer der Pandemie: vor allem das Arbeiten von zu Hause ist eine Bremse für das Medium, da die Menschen generell weniger mit dem Auto unterwegs sind.

Wenig Änderungen bei den Konsumausgaben.

Der Konsum bleibt nach Corona unverändert, heißt: Der Fokus lag in den letzten Wochen weniger auf Sparen. Einkaufsstraßen sind wieder voll, besonders beliebt sind Baumärkte, Bekleidungs- und Schuhgeschäfte. Rund ein Drittel der Befragten nutzt die Mehrwertsteuersenkung und wer sich an Onlineshopping und Lieferdienste gewöhnt hat, möchte diese auch nicht mehr missen: über 50 Prozent wollen auch nach Corona weiterhin Lieferdienste nutzen, insbesondere Familien. Verlierer ist hier weiter der stationäre Einzelhandel mit Fokus Textilien.

E-Commerce wird weiter zunehmen.

Corona kommt näher – immer mehr Menschen kennen Infizierte. Dennoch gibt es bei jüngeren Menschen wenig Informationslust und Angst bei Aktivitäten. Das Leben mit Corona fühlt sich mittlerweile "normal" an, so stört auch die Maske nicht mehr so stark beim Einkaufsbummel wie noch vor ein paar Wochen. Home Office und Videokonferenzen, vermehrte Online-Einkäufe und Reisen im eigenen Land bleiben Trends, die sich immer weiter in unseren Alltag integrieren. Zudem hat sich auch das soziale Verhalten verändert: Man verbringt mehr Zeit mit den Lieben, Ansammlungen von Menschen und Großveranstaltungen werden gemieden und auf Händeschütteln und Umarmungen verzichtet.

Digitale Evnets und Konzerte gerne, aber es darf nichts kosten.

In den vergangenen Wochen blieben die Restaurants weiterhin stark frequentiert und auch Bars erfreuten sich zahlreicher Besuche. Trotz der insbesondere hier verschärft auf die Hygiene- und Abstandsregeln. Dennoch wird Alkohol verstärkt Zuhause getrunken. Im Gegensatz zu Restaurants und Bars sieht es für Großveranstaltungen nach wie vor schlecht aus: In Zeiten von Corona präferieren die Befragten eher kleinere Konzerte oder sind offen für Online-Konzerte, gleichzeitig sinkt jedoch die Bereitschaft, für diese zu zahlen. Größere Veranstaltungen bleiben vorerst in weiter Ferne.

Achten auf die eigene Gesundheit

Mit den sinkenden Temperaturen steigen die Erkältungen, das Immunsystem hat deshalb Priorität. Die Mehrzahl der Befragten ist während der Erkältungszeit noch achtsamer als zuvor. Die Stärkung des Immunsystems hat deshalb bei der Art der Medikamente und bei Nahrungsergänzungsmitteln Priorität. Entgegen des Trends zum Online-Shopping werden Medikamente weiterhin überwiegend vor Ort in Apotheken gekauft. Dies könnte sich mit einer Verschärfung der Lage jedoch zunehmend ändern. 
 

Reisen ja, aber im eigenen Land.

Die Mehrheit arbeitet wieder aus dem Büro, Home Office beibt in Zukunft jedoch ein wichtiger Bestandteil des beruflichen Alltags. Hingegen der Erwartungen arbeiten aktuell wieder zwei Drittel der Befragten im Büro, der Trend wendet sich eher ab vom Home Office. Dennoch hat es generell an Bedeutung gewonnen: Etwa die Hälfte denkt, dass sie in Zukunft insgesamt häufiger im Home Office arbeiten werden als vor Corona.

Die Skipisten bleiben leer

Vor allem Jüngere vermissen das Reisen. Sie sind es auch, die es kaum erwarten können, nach Corona alles nachzuholen und sich voll ins Leben zu stürzen. Dabei steht Vertrautes jedoch zunächst an erster Stelle: lieber keine Experimente mit fremden Fluggesellschaften oder Ländern. Auch wenn das Vertrauen ins Fliegen für die Mehrheit der Befragten bleibt – vor allem in deutsche Fluggesellschaften, bevorzugen die Deutschen auch für 2021 ihr Heimatland noch vor den europäischen Nachbarländern.
Die Wintersaison 2020/21 dürfte von leeren Pisten geprägt sein, da die Zurückhaltung der Befragten zunimmt. Im Vergleich zur Sommerbefragung halbiert sich die optimistische Einschätzung gegenüber dem anstehenden Winterurlaub fast – nur 29 % der Winterurlauber planen dies aktuell noch für den Winter 2020/21.


Autor: W&V Redaktion

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