Anzeige

Vertrieb
Facebook wird zum Autohändler

Facebook will mit Facebook Marketplace den deutschen Gebrauchtwagenmarkt erobern. Das berichtet die Automobilwoche. Die Automobilindustrie beobachtet Facebooks Vorgehen aufmerksam.

Text: W&V Redaktion

4. Februar 2019

Strategisches Geschäftsfeld für Facebook
Anzeige

In den USA läuft das Geschäft bereits, jetzt will Facebook auch im deutschen Markt verstärkt zur Verkaufsplattform für Gebrauchtwagen werden. Das berichtet die Automobilwoche in ihrer neuesten Ausgabe. Im Gegensatz zu den Branchengrößen Mobile.de und AutoScout24 finanziert sich Facebook über Werbung und ist damit für Anbieter der Gebrauchtwagen wie Autohersteller und Autohäuser kostenlos.

Im November 2018 wurde Marketplace in Deutschland um neue Funktionen erweitert, die den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen auf Facebook Marketplace noch einfacher machen. So ermöglichen neue Filter zum Beispiel eine genauere Suche. Zu den verfügbaren Kriterien zählen unter anderem: Baujahr, Marke, Modell, Fahrzeugtyp, Kilometerstand udn Getriebetyp. Und: Kunden können Händler direkt über den Messenger kontaktieren.

"In den USA wird Marketplace sehr gut angenommen und gehört zu den größten Plattformen für private Autokäufe", sagt Henner Blömer, Chef des Autogeschäfts von Facebook für Deutschland, Österreich und die Schweiz, gegenüber der Automobilwoche. Zwei Partner hat der US-Onlineriese mit der VW-Tochter Heycar und Gebrauchtwagen.de bereits gewonnen. Es gebe Interesse aus der ganzen Automobilindustrie, sagt Blömer. "Wir sind mit weiteren Partnern in Gesprächen, um ähnliche Verbindungen anzubieten, wie wir sie mit Gebrauchtwagen.de und Heycar haben."

Der Markt ist riesig. Im Jahr 2017 wurden in Deutschland laut Statista 82,1 Milliarden Euro mit dem Verkauf von Gebrauchtwagen umgesetzt. Im Schnitt stehen gebrauchte Autos über 100 Tage bei den Händlern auf den Höfen, bevor sie verkauft werden.

Der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes ZDK blickt mit Skepsis auf die Facebook-Pläne. ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn sagt der Automobilwoche: "Im Moment spielt Facebook für den Markenhandel nur für die Imagepflege eine Rolle. Verkauft wird über den Marketplace bisher kaum."

Dagegen begrüßen die freien Händler angesichts steigender Gebühren etablierter Plattformen das neue Angebot. "Wenn Bewegung in den Markt kommt, ist das gut für uns", sagt Ansgar Klein, Vorsitzender des Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVfK). 

Anzeige