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Gastbeitrag
Facebooks neue Pläne für Social Commerce

In der neuen Facebook-Welt Metaverse wird Social Commerce fester Bestandteil. Gastautor Björn Erbslöh erklärt, warum er hier nicht nur gewaltiges, sondern auch leicht erreichbares Umsatzpotenzial sieht.

Text: W&V Redaktion

2. August 2021

Marc Zuckerberg baut eine neue künstliche Welt - Social Commerce ist da ein fester Bestandteil.
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Björn Erbslöh ist Spezialist für Online-Kommunikation bei der Content-Marketing-Agentur Suxeedo. Er verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen internationales Social Media und Content Marketing. Als Etat und Account Director hat er auf Agenturseite die Social-Aktivitäten von Top-Marken in den Bereichen Technologie, Automobil, Pharma und Konsumgüter geleitet. Auf Konferenzen wie der Social Media Week teilt er regelmäßig sein Wissen in Master Classes und Vorträgen. Angelehnt an den jüngsten Vorstoß von Facebook, den Social Commerce zu pushen, skizziert Björn Erbslöh in seinem Gastbeitrag, welches gewaltige Umsatzpotzenial dadurch für Unternehmen entsteht - auch für die, die bislang noch keinen Onlineshop haben:

Ist es noch beeindruckend, wenn wir die Quartalszahlen der Tech-Giganten wie Google oder Facebook lesen und dann von verdoppelten Gewinnen im Jahresvergleich erfahren? Nach vielen solchen Quartalen bin ich auch nach der jüngsten Vorlage der Facebook-Zahlen vor einigen Tagen wieder darüber erstaunt, wie leicht man sich an diese Meldungen gewöhnen kann.

Das Werbegeschäft erfährt einen Aufschwung, die Aktie dennoch Abschwung

Das Narrativ ist klar und verständlich: In der Corona-Pandemie mit vielseitigen Kontaktbeschränkungen versuchen mehr Werbungtreibende, ihre Zielgruppen online zu erreichen. Facebook und Google haben dies früh antizipiert und massiv die Einstiegshürden rund um das Werbeangebot mit interaktiven Lerninhalten und Verbandskooperationen gesenkt. Insbesondere KMUs wagen sich vor und treiben das Geschäft an.

Aber es bleibt dennoch spannend, denn seit dem letzten iOS 14.5 Update im Frühjahr 2021 müssen iPhone-Nutzer ihr Opt-In geben, damit Facebook die Verwendung der Apps tracken und für die Optimierung der Anzeigendistribution nutzen kann. Vor diesem Hintergrund hat Facebook nun eine Warnung herausgegeben und auf den kommenden Gegenwind hingewiesen. Die Aktie rauschte trotz der Rekordgewinne erstmal ins Minus.

Social Commerce für Mark Zuckerberg einer der drei großen Zukunfttrends

Eines ist ganz deutlich: Unternehmen brauchen in Zukunft neue Umsatztreiber neben dem reinen Anzeigengeschäft. Was will Facebook jetzt tun? Mark Zuckerberg nannte vor wenigeh die drei großen Zukunftsthemen, mit denen er seine Plattformen positionieren möchte:

  • Social Commerce
  • Neuen Funktionen für Content Creator (Influencer)
  • Next Computing Platform (AR/VR Hardware)

Im Zusammenschluss bilden die drei Themen den Einstieg in das Metaverse, die neuen künstliche Welt von Facebook, eine Vision von einem interaktiven Internet, welches alle wichtigen Lebensbereiche abbilden kann und am ehesten im Gaming mit Fortnite, Roblox oder Animal Crossing: New Horizons existiert.  

Erhebliches Umsatzpotenzial für Unternehmen

An dieser Stelle möchte ich aber den Commerce fokussieren, weil ich genau hier für Unternehmen ein unglaubliches Umsatzpotenzial sehe, das sich schon bald hebeln lässt. Die Zukunftsvision der Sozialen Netzwerke: Von der individuellen Inspiration und Entdeckung (Discovery) der Angebote über die tiefergehende Recherche mithilfe von AI und einen vereinfachten Kaufprozess soll auf Facebook, Instagram und Whatsapp eine native Umgebung entstehen, die einen Direktvertrieb für alle Interessenten ermöglicht.

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In den USA entfällt bereits ein Weiterleiten von Facebook, Instagram oder Whatsapp auf einen externen Online Shop zum Bezahlen. Im Anschluss an den Kauf bieten sich den Unternehmen die Messenger-Funktionen für ein automatisiertes CRM an. So können Unternehmen den Customer-Lifecycle theoretisch komplett innerhalb der sozialen Netzwerke abbilden und steuern.

Daraus können wir zwei Dinge schlussfolgern: Erstens ist eine globale Ausweitung von Social Commerce, wie er schon jetzt in den USA stattfindet, nur noch eine Frage der Zeit. Unternehmen können sich also darauf einstellen, dass sie schon bald den kompletten Kaufprozess in den sozialen Netzwerken abbilden können. Zweitens: Es erschließt sich ein neuer direkter Umsatzkanal, bei dem User nicht mehr die Plattform wechseln müssen, um zu bezahlen. Das ist eine Hürde weniger auf dem Weg hin zum Kauf.

Björn Erbslöh

Von diesem neuen Verkaufskanal können vor allem Unternehmen profitieren, die bisher noch keinen Onlineshop haben, müssen sie nun doch keine aufwendige Infrastruktur auf einer Website bauen. Gleichzeitig müssen sich Unternehmen aber an die Voraussetzungen des Anbieters anpassen: Userdaten, technische Umgebung, Tracking, Gestaltung des Shops u. v. m. kann nur in einem von Facebook vorgeschriebenen Rahmen stattfinden. Und dennoch: Mit weltweit 4,2 Milliarden aktiven Social-Media-Usern, ist es schwer dieses Potenzial liegen zu lassen.

Ausblick und andere Netzwerke

Facebook ist ein dominanter Player im Social Commerce aber bei weitem nicht der einzige. Auch die anderen sozialen Netzwerke wie TikTok, Pinterest oder Snapchat sind vom Werbegeschäft abhängig und experimentieren deshalb seit längerem mit Commerce-Funktionen. Es bleibt spannend zu beobachten, ob sich neue Funktionen aufgrund von Bedürfnissen der Unternehmen mit Direktvertrieb oder der Influencer, welche stetig neue Quellen zur Monetarisierung ihrer Inhalte suchen, durchsetzen werden.

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Autor: W&V Gastautor

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