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Havas Corona Monitor
FFF im Schatten des Corona-Virus'

Gibt es eine Renaissance der Autokinos? Den großen Sommerurlaub jedenfalls haben viele Menschen abgeschrieben. Dafür ist die Vorfreude auf Restaurantbesuche groß, so die Ergebnisse des Havas Corona Monitors.

Text: W&V Redaktion

27. April 2020

Die Ergebnisse des 5. Welle des Corona-Monitors liegen vor.
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Seit heute herrscht bundesweit "Maskenzwang", in Geschäften und in Fahrzeugen des ÖPNV müssen die Menschen einen Nasen-Mundschutz tragen. Wie viele sich daran halten, werden die kommenden Tage zeigen.

Gut die Hälfte betrachtet die Lockerungen sketpisch.

Aber schon jetzt ist erkennbar, dass es erste Ermüdungserscheinungen gibt, die Corona-Maßnahmen weiter unhinterfragt mitzutragen. Nicht nur wegen der vereinzelten Protestaktionen unter anderem in Berlin. Auch nehmen viele Menschen das Abstand-Halten nicht mehr so streng. Viele begrüßen die Lockerungen, doch mehr als die Hälfte der Befragten bleibt skeptisch, ob es der richtige Weg ist.

Weniger als noch vor zwei Wochen, aber immer noch intensiver als vor Ausbruch des Virus'.

Der Medienkonsum ist gegenüber den Vorwochen fast überall gesunken. Dennoch liegen die Werte bei allen Medien und Kanälen höher als in Zeiten vor der Pandemie. Zum etwas reduzierten Medienkonsum gehört auch die leicht gesunkene Frequenz. So wuchs die Zahl der Befragten, die angaben, sich weniger oft als vorher über Covid-19 zu informieren. Und, wenig überraschend: Standen während der Osterfeiertage Filme hoch in der Gunst, so sank deren Beliebtheit nun wieder. Gleichbleibend groß indes das Interesse an Serien.

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Das Interesse an Autokinos wächst.

Sollte Ihnen auf Facebook die Tage eine Anzeige aufgefallen sein, dass demnächst in ihrer Region ein Autokino stattfinden wird, so hat das seinen guten Grund. Das Interesse daran wächst von Woche zu Woche. Satte 42 Prozent der Befragten können sich einen Besuch vorstellen. Besonders begehrt ist das Kinoevent im eigenen Auto offenbar bei Familien.

Vor allem Singles wollen nach der Krise wieder mehr Geld ausgeben.

Erlebnis schlägt Konsum - so lassen sich die Ausgabenpläne für die Zeit nach der Krise zusammenfassen. Das Gros der Menschen freut sich auf Geselligkeit, Kultur und Reisen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass viele Bürger noch nichts oder erst wenig von der sich abzeichenden Rezession verspüren. Das könnte sich in kurzer Zeit ändern. Und noch etwas: Singles freuen sich am meisten auf Treffen mit Familie und Freunden (67 Prozent), über Reisen (50 Prozent) und ähnlich viele über Restaurantbesuche.

Food und Fashion laufen gut

Online-Shopping wird immer wichtiger für die Menschen. Spannend wird zu beobachten sein, wie sich der Wert verändert, wenn wieder mehr Geschäfte öffnen. Allerdings hat die letzte Woche gezeigt, dass das Konsumbedürfnis generell gering ist und viele Shoppingmeilen in den Innenstädten nur schlecht besucht waren. Ebenfalls weiter im Aufwind: Online-Fashion-Shopping. Und: Das Interesse an Lieferservices für Essen ist nochmals deutlich gestiegen. Haben die Menschen schon wieder die Lust am Kochen verloren? 

Eine Entwicklung, die den Apotheken nicht gefallen dürfte. Außer sie verkaufen selbst online.

Eine spannende Entwicklung: Die Zahl der Menschen die Arzneimittel ausschließlich online kaufen, ist stark angewachsen, prozentual um mehr als 100 Prozent. Der Anteil der überzeugten Apothekenbesucher indes hat sich wenig geändert.

Das Interesse ist da, aber hoffentlich gibt es der Geldbeutel am Ende auch her.

Ob das digitale Einholen von Informationen zu verschiedenen Produkten auch in Kaufabschlüssen endet? Mal sehen. Aber es ist auffällig, dass das Interesse nicht nur an Fashion, sondern auch an Einrichtungsgegenständen und Möbeln stark gestiegen ist.

FFF verliert deutlich an Relevanz im Schatten der Corona-Krise.

Arbeitgeber sind gefordert; die Menschen erwarten von ihnen, dass sie mehr soziale Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern übernehmen. Das dürfte auch für die Erwartung der Menschen gegenüber der "Politik" gelten. Gleichzeitig haben Themen wie Klimawandel oder Nutzung von ÖPNV sowie die FFF-Bewegung an Relevanz verloren.


Autor: Peter Hammer

begleitet seit vielen Jahren redaktionell die Agentur-Branche, für die W&V wie auch früher für den Kontakter. Als Ressortleiter wie Redaktionsleiter. Liebt gute Kreation, aber mehr noch interessante und innovative Geschäftsmodelle. Unabhängig von Kanal und Größe. Was ihn immer wieder überrascht: Wie viele spannende Menschen es in der Branche gibt.

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