Anzeige

Globale Studie
Geht es um Technologie, bleiben Deutsche vorsichtig

Der aktuelle Digital Society Index (DSI) von Dentsu Aegis Network analysiert weltweit die Beziehung der Menschen zur Technologie und die Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden während der Corona-Krise.

Text: Anonymous User

29. Juni 2020

Für den DSI wurden weltweit 32000 Menschen befragt.
Anzeige

Der Ausbruch von Covid-19 hat innerhalb kürzester Zeit weltweit das alltägliche Leben massiv verändert und zu einem Umdenken in ein zukünftiges "New Normal" geführt. Der öffentliche Alltag wurde in weiten Teilen in die digitale Welt verlagert und hat die Gesellschaft gezwungen, sich intensiv mit der digitalen Technik auseinanderzusetzen. Dennoch ist beispielsweise in Deutschland die Skepsis gegenüber dem technologischen Wandel weiterhin groß. Vor allem das Tempo der Entwicklung bereitet offenbar Sorgen. Jeder zweite findet, der Wandel vollziehe sich zu schnell. Und befinden sich damit in guter Gesellschaft. Lediglich in einigen skandinavischen Ländern, in Neuseeland und in Polen fühlen sich die Menschen offenbar weniger überfordert.

Das ist ein Ergebnis des weltweiten Digital Society Index (DSI) von Dentsu Aegis Network. Die Studie basiert auf 32000 Befragten in 22 Märkten. Im Kern der Analysen steht die Beziehung der Menschen zur Technologie und die Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden während der Corona-Krise. Demnach lassen sich für Deutschland 5 Trends festmachen, die für die Gesellschaft und Marken nach dieser Zeit relevant bleiben.

Hoffnung und Skepsis zugleich

Sicherlich: Viele Menschen stehen der technologischen Entwicklung durchaus mit Skepsis gegenüber. Aber grundsätzlich sagen 53 Prozent der Befragten, dass sie zuversichtlich sind, dass Technologie bei der Lösung weltweiter Herausforderungen unterstützen kann. Es ist genau der Durchschnittswert aller berücksichtigten Ländern. Allerdings sind 46 Prozent der Deutschen gleichzeitig der Meinung, dass der technologische Fortschritt die soziale Ungleichheit weiter verschärft. Und: Fast jeder Dritte ist der Meinung, das Technologie eine negative Wirkung auf die eigene Lebensqualität hat.

Eigenes Potenzial bleibt ungenutzt

Der Umgang mit der digitalen Technik während der Krise hat gezeigt, dass Technologie unser berufliches und privates Leben autark und unabhängiger fortsetzen lässt. Entsprechend haben sich viele Menschen mit ihr beschäftigt und sie für sich nutzbar gemacht. Offenbar aber nur im privaten Bereich. Denn digitale Fähigkeiten scheinen weiterhin nur begrenzt im Beruf nützlich und integrierbar zu sein. Etwa nur die Hälfte (47%) in Deutschland gibt an, ihre digitalen Fähigkeiten vollumfänglich im Job einsetzen zu können. In China liegt der Wert bei 70, in Südafrika immerhin bei 57 Prozent.

Sehnsucht nach realem Leben

Die Restriktionen während der Corona-Krise haben dazu geführt, dass die Grenzen der physischen mit der digitalen Welt verschmelzen. Die Sehnsucht nach Normalität und einem realen Leben bleibt jedoch bestehen. Die öffentlichen und sozialen Beschränkungen durch die Pandemie bieten für Marken dennoch Möglichkeiten, Sehnsüchte der Verbraucher zu stillen. Gerade das Bedürfnis nach gesellschaftlichen Austausch und einem stationären Einkaufserlebnis eröffnet Marken Potenziale, die physische und digitale Welt neu zu verknüpfen. Unter anderem entstehen virtuelle Einkaufserlebnisse, die das individuelle Umfeld des Konsumenten einbeziehen. Noch liegt im weltweiten Vergleich Deutschland beim Online-Shopping eher hinten.

Nutzen für die gesamte Gesellschaft

Analysen des DSI verdeutlichen, dass in Deutschland, trotz Bedenken einer zu schnellen Entwicklung, eine zuversichtliche Grundstimmung gegenüber der Digitalisierung herrscht. 67 Prozent der Befragten erwarten über den Einsatz von Technologie positive Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Diese Erkenntnis sollte Unternehmen und Marken darin bestärken digitale Ressourcen zu schaffen, um einen zusätzlichen Nutzen für die Gesellschaft und einen Beitrag zur sozialen Entwicklung zu leisten.

Für das Wohlbefinden der Gesellschaft

In der Umfrage des DSI sticht deutlich heraus, dass in Deutschland 78 Prozent der Befragten der Ansicht sind, die physische Gesundheit ist der wichtigste Einflussfaktor für das eigene Wohlbefinden. Im globalen Vergleich hat Deutschland damit eines der stärksten Meinungsbilder, deutlich über dem globalen Durchschnitt (69 Prozent). So erwarten auch 61 Prozent in Deutschland, dass Produkte und Services innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre mehr auf Gesundheit und Wohlbefinden eingehen. Die wachsenden Anforderungen an Marken sind gleichzeitig über die Krise hinaus eine große Chance, direkt auf die Verbraucherbedürfnisse einzuwirken. Insbesondere hinsichtlich des Wohlbefindens. Der wichstigeste Hebel dabei ist die Interaktion über digitale Technik.

Neje Herausforderungen für Marken

Die Corona-Pandemie zwingt Marken ihre Philosophie sowie Strategie neu zu denken und Mehrwerte zu schaffen, die weniger den Verkaufsgedanken, sondern die menschlichen Bedürfnisse fokussieren. Marken stehen damit vielmehr der Gesellschaft als empathische Partner mit unterstützenden Botschaften gegenüber. Über die Krise hinaus lernen die Menschen, dass durch die fortschreitende Transformation auch die digitale Technik immer besser wird und sie somit ihre Beziehung zur Digitalisierung neu bewerten. Aber auch die Erwartungen steigen: Marken müssen sich damit befassen, wie sie das Potenzial der immersiven Technologien, beispielsweise Augmented Reality, stärker nutzen können.

Einfühlungsvermögen und Emotionen über die digitale Technik sind dabei Schlüsselfunktionen, um Kundenbeziehungen zukünftig zu intensivieren. CRM ist von zentraler Bedeutung um Verbraucherbedürfnisse zu antizipieren und in wichtigen Lebenssituationen dabei zu sein. Für Marken wird es daher relevant sein digitale Ressourcen für einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Auch eine authentische und empathische Kundeninteraktion im E-Commerce spielt eine wichtige Rolle. Marken sind gefordert digitale Barrieren und gesellschaftliche Skepsis gegenüber des technologischen Wandels zu überwinden. Glaubwürdigkeit, Online- und Datensicherheit sowie vertrauensvolle, unaufdringliche Botschaften sind dabei wesentliche Aspekte. Um Konsumenten wirklich zu erreichen, sind vor allem Authentizität und Bedürfnisorientierung wichtig.

Allerdings spielt dabei auch die digitale Infrastruktur eine beträchtliche Rolle. Und hier schneidet Deutschland im globalen Vergleich schlecht ab: Ob es um die Kosten oder die Leistungsfähigkeit geht, um Netzabdeckung oder Servicdequalität - in nur wenigen anderen Ländern sind die Menschen noch weniger von dem Angebot überzeugt, als in Deutschland.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.

Anzeige