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Marketing-Fail
Gewalt gegen Frauen: Uhrenhersteller sorgt mit Werbung für Proteste

Eine Frau wird gewürgt, einer anderen gewaltsam Alkohol eingeflößt - die Uhrenmarke Mariner rudert nach umstrittenen Werbemotiven zurück.

Text: W&V Redaktion

5. März 2019

Total daneben - oder gezielte PR-Aktion?
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Da hat sich eine Uhrenmarke in der Werbung heftig vergriffen – im wahrsten Sinne des Wortes: Für die Marke Mariner Watches erschienen auf Social Media Anzeigenmotive, auf denen Frauen Gewalt angetan wird.

Auf einem der Motive wird eine Frau gewürgt, auf dem anderen gewaltsam ein Glas Whisky eingeflößt. Die Männerarme, die dabei zu sehen sind, tragen jeweils eine "Mariner"-Uhr am Handgelenk.

Begleitet werden die Fotos von Bildunterschriften wie (frei übersetzt)  "Eleganz ist guter Geschmack mit einem Hauch von Wagnis" und "Wie Whisky und schöne Frauen verlangen Uhren Bewunderung. Zuerst wird geschaut, danach gibt man sich hin."

Der Aufschrei des Publikums ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Die Reaktionen auf Twitter reichen von "Welcher Idiot hat sich das ausgedacht?", über "Soll das ein Witz sein?" bis hin zu "widerwärtig" und "abstoßend".

Es gibt jedoch auch manchen, der die Aktion für eine kalkulierte PR-Maßnahme hält. "Zynisch – aber clevere Werbung", urteilt ein Twitter-User: "Vermutlich kennen jetzt mehr Menschen die Marke Mariner als ohne diese kontroversen Anzeigen."

Was sich nicht ganz von der Hand weisen lässt. Ein kalkulierter Skandal also? Wo die Wahrheit auch liegen mag: Das Unternehmen hat die Motive von seinen Accounts entfernt und auf seiner Website mittlerweile eine Entschuldigung gepostet. Inhalt: Mariner verurteile "alle Formen von Gewalt und unterstütze die Gleichstellung der Geschlechter."

Wie es überhaupt zu dem Fauxpas kommen konnte, wird ebenfalls erklärt: Die umstrittenen Anzeigen habe ein Händler ohne Genehmigung geschaltet – das Unternehmen treffe nun "Vorkehrungen, um ähnliche Vorkommnisse künftig auszuschließen."

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