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Verpackungsindustrie
Globale Trends 2020: Das erwartet die Branche

Die Agentur für Markt- und Trendforschung Mintel sieht zwei Trends, für die sich die Verpackungsindustrie rüsten sollte. Ohne Einwegplastik wird es in den kommenden Jahren nicht gehen.

Text: W&V Redaktion

5. März 2020

Globale Trends 2020: Das erwartet die Verpackungs-Branche
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"Trotz des gesellschaftlichen Drucks, Einwegplastik zu verbannen, wird es das Material noch jahrzehntelang geben." Davon ist David Luttenberger, Global Packaging Director bei Mintel, überzeugt. Die Agentur für Markt- und Trendforschung hat die globalen Verpackungstrends untersucht und in einem Report zusammengefasst.  Bislang wird demnach nur ein Bruchteil der weltweiten Kunststoffabfälle tatsächlich recycelt. "Es besteht daher die dringende Notwendigkeit, neue Technologien und Plastikalternativen zu erforschen – die Rede ist dabei nicht nur von Einwegplastik, sondern von allen Kunststoff- und Verpackungsmaterialien."

 Gleichzeitig sieht der Verpackungsexperte eine gesteigerte Nachfrage der Verbraucher nach wiederbefüllbaren Verpackungen: "Unabhängig vom verwendeten Material steht bei der nächsten Generation der Kreislaufwirtschaft neben der Recyclingfähigkeit auch die Wiederverwendbarkeit im Vordergrund." Einwegverpackungen sind für viele Verbraucher zum Tabu geworden. 

Luttenberger sieht deshalb vor allem zwei Trends, für die sich die Verpackungsindustrie im Jahr 2020 rüsten sollte:

1. Recycling-Innovationen

Hersteller und Marken müssen weiterhin recycelbare Verpackungsinnovationen entwickeln und vermarkten, wenngleich die Kapazitäten für deren Wiederverwertung unter Umständen noch nicht vorhanden sind.

Der Schlüssel zum Erfolg besteht laut Lutterberg in einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Marken, Herstellern, Einrichtungen, gemeinnützige Organisationen und Regierungen, um Verbraucher besser zu informieren sowie wiederverwertbare Verpackungen und Recyclingverfahren und -systeme zu entwickeln, die das Recyceln insgesamt leichter gestalten.

2. Nachfüllstationen in Geschäften:

Einweg ist ganz klar out. Das schnelle Wachstum von unabhängigen Fachgeschäften für verpackungsfreie Waren regt Händler aller Branchen dazu an, in Geschäften simple und gleichzeitig ansprechende Nachfüllmöglichkeiten anzubieten. Die Crux an der Sache: Verbraucher erwarten zwar eine Reduktion von Verpackungsmaterialien, möchten jedoch nicht aufs Praktische verzichten.

Die Verpackung ist zudem einer der Hauptkommunikationskanäle einer Marke. Marken müssen bei Nachfülloptionen daher darauf achten, den Verbrauchern einen ansprechenden Mehrwert zu bieten. "Das können etwa Nachfüllbehälter mit interessantem Design sein, die sich auf Instagram teilen lassen und somit auch auf sozialen Netzwerken das Engagement mit der Marke stärken", sagt der Verpackungsexperte.

Vor allem aber gehe es darum, dass Hersteller und Marken den Verbrauchern beweisen, dass das Nachfüllen ein einfacher Prozess ist und keineswegs kompliziert vonstattengehen muss.

Wird das geschickt umgesetzt, entstehen sogar neue Kommunikationsflächen und Möglichkeiten zur Kundenansprache.

Am 7. bis 8. Juli 2020 findet in München der Packaging Summit, der Branchentreff für Markenartikler, Designer und weitere Lösungsanbieter rund um die Verpackung, statt. Denn der Anspruch an die Verpackung immer komplexer: Sie muss nachhaltig, digital und innovativ sein. Mehr Infos zum Programm und zur Anmeldung finden Sie online. Sichern Sie sich Ihr Ticket hier.


Autor: Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.

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