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Wegen Billigfleisch
Greenpeace verleiht Edeka die "Goldene Kotzwurst 2021"

Weil Edeka noch keinen Plan zur Verbannung von Billigfleisch vorgelegt hatte, verlieh Greenpeace dem Lebensmittelhändler die "Goldene Kotzwurst 2021". Edeka reagierte umgehend und kündigt nun den Ausstieg an.

Text: W&V Redaktion

25. August 2021

Die Goldene Kotzwurst wird von Greenpeace "für besondere Unverdienste" im Bereich Tierwohl verliehen.
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Gemeinsam mit Greenpeace-Aktivist:innen verleiht die Influencerin Marie von den Benken am Mittwoch die "Goldene Kotzwurst 2021" an Edeka. Deutschlands umsatzstärkste Supermarktkette bekomme den Preis "für besondere Unverdienste" beim Klima- und Tierschutz. Die Umweltschützer:innen präsentierten den Pokal vor der Edeka-Zentrale in Hamburg auf einem 1,20 Meter hohen Sockel: in Form einer goldenen Wurst mit Gesicht, die sich übergibt. "Edeka hat überwiegend Billigfleisch im Angebot, für das Tiere leiden müssen. Billigfleisch heizt zu dem die Klimakrise an. Ich fordere Edeka auf, anderen Supermarktketten zu folgen und endlich Verantwortung für Tiere und Umwelt zu übernehmen", sagt von den Benken.

Greenpeace-Aktivisten vor der Edeka-Filiale in Hamburg.

Während andere Händler wie Aldi und Rewe im Juli angekündigt haben, ab 2030 nur noch Frischfleisch der besseren Haltungsformen Drei und Vier anzubieten, weigere sich Edeka laut Greenpeace weiterhin, einen Zeitplan für den Ausstieg aus den Haltungsformen Eins und Zwei vorzulegen. Diese Haltungsbedingungen verstoßen aus Greenpeace-Sicht gegen geltendes Tierschutzrecht. "Der Umbau der Tierhaltung hin zum mehr Tier- und Klimaschutz ist unumgänglich", sagt Stephanie Töwe, Agrarexpertin von Greenpeace. "Auch Unternehmen wie Edeka müssen dafür sorgen, dass die Lebensgrundlagen für künftige Generationen erhalten bleiben. Die Entscheidungsträger von Edeka müssen Billigfleisch zügig aus dem Sortiment nehmen."

So sieht sie aus: Die goldene Kotzwurst.

Die industrielle Tierhaltung trage maßgeblich zur Klimakrise bei, so die Umweltschutzorganisation. Edeka besitze sieben eigene Fleischwerke. "Wer Umweltschutz ernst nimmt, produziert keine Lebensmittel, die derart zerstörerisch für Mensch, Tier und Umwelt sind wie Fleisch aus der industriellen Massenproduktion", sagt Töwe.

Greenpeace wirft Edeka vor, beim Problem Billigfleisch schon länger hinterherzuhinken. Die freiwillige Kennzeichnung der Haltungsform, die Verbraucher:innen zeigt, aus welcher Tierhaltung das Fleisch stammt, führte Edeka als letzter großer Supermarkt ein.

Edeka kündigt umgehend auch Billigfleisch-Ausstieg an

Die Supermarktkette weist die Vorwürfe von Greenpeace zurück und kündigte an, ebenfalls den Billigfleisch-Ausstieg vorzubereiten. In einem Statement heißt es: "Die Verbesserung des Tierwohls ist uns seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Daher begrüßen wir die Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen von Nutztieren in Deutschland und treiben diese Entwicklung aktiv mit voran. Wir können bestätigen, dass auch Edeka plant, bereits kurzfristig auf die Haltungsstufe Eins bei Frischfleisch zu verzichten. Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Landwirtschaft erarbeiten wir dazu aktuell die konkreten Details. Insbesondere der Anteil der Haltungsstufen Drei und Vier wird in den kommenden Jahren massiv weiter ausgebaut – dazu zählt auch unser umfangreiches Bio-Sortiment."

Die Aktion ist sowohl auf den Social-Media-Kanälen der Umweltschutzorganisation sowie der Influencerin nachzuverfolgen.

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