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Gendermarketing
Großbritannien will sexistische Werbung verbieten

Rosa für Mädchen und blau für Jungs? Die britische Werbeaufsicht will dafür sorgen, dass Geschlechterstereotype und Sexismus aus dem Marketing verschwinden.

Text: W&V Redaktion

19. Juli 2017

Die britische Werbeaufsicht will sexistische Werbung wie diese von Yves Saint Laurent verbieten.
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Die Advertising Standards Authority (ASA) will eine Veränderung für das Gendermarketing in Großbritannien. Sexistische Werbung oder Werbespots, die Männer oder Frauen lächerlich machen, sollen verboten werden. Der Grund: Die Rollenklischees würden sich vor allem auf Kinder negativ auswirken und ihre Zukunftsaussichten eventuell einschränken. 

Werbung, die Frauen zum Beispiel als Hausfrauen darstellt, die nur für den Haushalt sorgen, seien laut ASA nicht mehr zeitgemäß. Genauso wie Werbespots, die Männer als Putzmuffel oder Versager in der Kinderbetreuung abbilden.

Kinder sollen durch das Gendermarketing außerdem nicht den Eindruck bekommen, dass gewisse Aktivitäten nicht für Jungs geeignet sind, weil man sie mit Mädchen assoziiert, und umgekehrt. Oft suggeriert Werbung, dass Frauen sich so oder so benehmen und aussehen sollten.

Die neue Regelung soll schon nächstes Jahr in Kraft treten. "Werbung, die altmodische und stereotype Sichtweisen auf Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft wiedergibt, kann einen negativen Einfluss haben", erklärt Guy Parker, ASA-Geschäftsführer.

In Frankreich sorgten vor einigen Jahren schon Plakate von Yves Saint Laurent für großen Aufruhr. Frauen wurden übertrieben sexistisch abgebildet, woraufhin Paris die Werbung verbannte:

Das neue Gesetz der ASA kam nach der Veröffentlichung einer Analyse von Geschlechterstereotype in der Werbung. Sie bestätigt die Aussage, dass das Gendermarketing sich negativ auf die Vorstellung von Männer und Frauen auswirkt.

Ende Juni fand während des Cannes-Lions-Festivals außerdem das erste offizielle Treffen der weltweiten Unstereotype Alliance der Frauen von den United Nations statt. Das Ziel: Geschlechterstereotype aus der Werbung verbannen. Knapp 25 Unternehmen, darunter Unilever, Google und Facebook, beschlossen, die Frauenvereinigung zu unterstützen.

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