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Nachhaltigkeit
H&M strickt jetzt auf Bestellung

Mit dem In-Store-Recycling-System Looop wird gebrauchte Kleidung vor den Augen des Kunden zu einem neuen Kleidungsstück umgearbeitet. Noch gibt es die innovative Maschine nur in einer Filiale.

Text: W&V Redaktion

12. Oktober 2020

Die Strickmachine steht im Mittelpunkt von "Looop".
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H&M startet im Rahmen seines Engagements zum Thema Nachhaltigkeit eine weitere Innovation: Mit Looop bringt der schwedische Textilkonzern das weltweit erste In-Store-Recycling-System in die Läden. Oder, genauer: einen Laden. Vorerst.

Herzstück des Systems ist eine Art Strickmaschine. Das Prozedere läuft so: Wer will, kann aussortierte Kleidung in den H&M-Shop bringen. Dort wird sie dem Looop zugeführt - gereinigt, zerkleinert und zu Garn gesponnen. Nach etwa fünf Stunden kommt ein neu gestricktes Kleidungsstück aus der Maschine.

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Aktuell kann die bislang einzige Looop-Maschine, die in Stockholm steht, nur Strickwaren verarbeiten. Wer etwa seinen alten Pullover dort recyceln möchte, muss online einen Termin buchen. Was daraus gemacht werden kann, ist ebenfalls noch ein wenig begrenzt: Acht verschiedene Teile stehen zur Auswahl, darunter Pullover mit langen oder kurzen Ärmeln, ein Poncho, Decken oder Schals. Der Preis für den Umwandlungsprozess liegt, je nach Artikel, umgerechnet zwischen rund acht und 13 Euro.

Die innovative Technologie wurde von The Hong Kong Research Institute of Textiles and Apparel (HKRITA) in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen H&M Foundation entwickelt. Noch ist Looop ist aktuell das einzige Recycling-System dieser Art, weitere sind aber bereits in Planung.

Darüber hinaus will HKRITA in großem Umfang Lizenzen für die Technologie vergeben, um so den Kreislauf in der ganzen Branche zu schließen. Gerade in der Mode, die häufig für ihre "Fast Fashion" kritisiert wird, vielleicht ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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