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W&V Data-Analyse
Haarschneider-Hype vs Hochzeitsflaute

Corona hat unser Einkaufsverhalten ziemlich verändert. Wie genau, zeigen zwei Studien von Offerista und Ebay. Vorab: Kein Produkt erlebte in den Pandemiemonaten einen stärkeren Run als Haarschneider.

Text: W&V Redaktion

12. März 2021

Kein Produkt erlebte durch Corona einen stärkeren Push als Haarschneidegeräte.
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Wohl jeder von uns findet mindestens ein Beispiel für ein Produkt, dass man gekauft, obwohl man vor Corona kaum einen Gedanken daran verschwendet hat. Ebay Ads hat zusammengestellt, wie sich Lockdowns und Social Distancing, Home Office und Home Schooling auf den Konsum ausgewirkt haben. So liest sich der jetzt vorgelegte „Corona Konsum Report“ von Ebay Ads wie eine Nabelschau der Pandemiemonate.

Wer hätte früher Tageslichtlampen als Sonnenersatz gekauft? Jetzt erlebt das Produkt ein Plus von 160 Prozent. Und natürlich ist der Bedarf an Heimfitnessgeräten (211 % plus für Kettlebells, 112 % plus für Ergometer), Webcams (plus 752 %), Headset (plus 206 %) oder Küchenartikeln (plus 438 %) mangels Alternativen gestiegen. Zudem wurden die eigenen vier Wände aufgepeppt, was das Zeug hielt. Besonders beliebt dabei: Dekoflaschen (plus 125 %) und Stimmungslichter (plus 97%), Möbel erlebten immerhin eine Steigerung von 15 Prozent. Auch mehr Hang zum kleinen Luxus machte sich breit, wie etwa Steigerungen für gute Whiskys (plus 58 %) oder Massageprodukte (plus 73 %) zeigen.

Deutsche im Wohlfühlkonsumrausch

Alles das ist aber nichts gegen das Corona-Produkt schlechthin: Haarschneidegeräte verzeichnen mit 1508 Prozent den größten Zuwachs. Hochzeitsdeko oder Saunatücher dagegen finden sich mit minus 47 Prozent bzw. minus 53 Prozent unter den Looser-Produkten.

Das veränderte Konsumverhalten fasst Ebay Ads in einem Wort zusammen: „Wohlfühlkonsum“ als Ausgleich zu Entbehrungen und wenig stimmungsaufhellenden Umständen.

Online werden Ladengeschäfte vergessen

Ganz klar, viele Deutsche „trauern“ den Vor-Corona-Einkaufsmöglichkeiten hinterher. Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) vermissen es, im stationären Handel einzukaufen, zeigt eine Umfrage von Offerista vom Februar. Die meisten (60 Prozent) vermissen das Anschauen und Anprobieren von Produkten fehlt. Genauso viele aber möchten auch die lokalen Läden unterstützen. Beim Shopping von Kleidung, Schuhen und Accessoires geht den meisten das Erlebnis im Ladengeschäft ab (65 Prozent).

Jeder Fünfte kauft laut Offerista auch nicht online. Wenn aber online geshoppt wird, dann ruft die Mehrheit (66 Prozent) die Seiten von Amazon und Zalando auf, also von Anbietern, die keinen Laden unterhalten. Die E-Commerce-Angebote der Ladenbesitzer werden hier offensichtlich schnell vergessen.

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Autor: Christiane Treckmann

Als Redaktionsleiterin von W&V verantwortet Christiane Treckmann die redaktionelle Begleitung von W&V Data, die W&V Reports sowie diverse Sonderprodukte. Ihr Motto: Nutzwert statt Buzzword-Bingo. Ihre Interessen: Menschen, Marken, Medien - analog wie digital.

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