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Nach Regierungsbeschluss
Handel gibt Steuersenkung weiter

Nach dem Beschluss, die Mehrwertsteuer auf 16 beziehungsweise 5 Prozent zu reduzieren, kündigen die ersten Händler aus dem Lebensmittelbereich an, die Senkung an ihre Kunden weiterzugeben.

Text: Anonymous User

5. Juni 2020

Lebensmitteleinzelhändler planen, die vorübergehende Steuersenkung an die Kunden weiterzugeben.
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Beim Einkauf von Lebensmitteln sollen Kunden niedrigere Kosten durch die geplante Senkung der Mehrwertsteuer haben. Lebensmittelketten und Discounter kündigten an, die steuerlichen Vorteile an die Verbraucher weiterzureichen. "In der aktuellen Situation kommt es mehr denn je darauf an, die Verbraucher zu entlasten und das Konsumklima in Deutschland zu stärken", teilte Edeka am Freitag mit. Auch die Edeka-Tochter Netto will von Juli an "viele unserer Produkte deutlich im Preis senken und so alle unsere Kundinnen und Kunden an der Mehrwertsteuersenkung ganz direkt teilhaben lassen". 

Netto will die Senkung Eins-zu-Eins weitergeben

Später kündigte der Discounter sogar an, die steuerlichen Vorteile Eins zu Eins an seine Kunden weitergeben zu wollen, damit in der aktuellen Situation die Verbraucher entlastet und das Konsumklima in Deutschland gestärkt werden.

Netto begrüßt die Anpassung der Mehrwertsteuer zur Entlastung unserer Kunden. Für uns ist es selbstverständlich, die Preisvorteile vollständig an unsere Kunden weiterzugeben“, so Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount.

Auch Lidl wird die Kunden entlasten

Ähnlich äußerten sich andere Branchenvertreter. "Wir haben jetzt eine Menge Arbeit damit. Aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen – und werden das auch an die Kunden weitergeben", sagte ein Sprecher der Supermarktkette Rewe. Aldi Nord und Süd teilten der Lebensmittelzeitung mit, die Discounter würden die "deutschen Verbraucher bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise" unterstützen. Die Mehrwertsteuersenkung werde "in Form von günstigeren Preisen an die Kunden" weitergegeben. Lidl und die Tochter Kaufland planen dies ebenfalls: "Wir werden alle Produkte des täglichen Bedarfs mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 16 anstatt 19 Prozent und dem ermäßigten Satz von 5 anstatt 7 Prozent anbieten", hieß es in einer Mitteilung.

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Ob Restaurants und kleinere Geschäfte mitmachen, ist fraglich

Handelsexperten haben allerdings Zweifel, ob auch andere Branchen den Schritt mitgehen. "Es wird sich zeigen, ob jeder Unternehmer den Vorteil an die Verbraucher weitergibt", sagte die Steuerberaterin und Umsatz-Steuerexpertin der Beratung Bakertilly, Marion Fetzer. Gerade bei kleineren Geschäften oder Restaurants seien Preisveränderungen schwerer nachvollziehbar.

Die Koalition hatte sich darauf geeinigt, beide Steuersätze zu senken - von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent. Gelten sollen die neuen Steuersätze vom 1. Juli bis 31. Dezember. Das soll die durch die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogene Konjunktur ankurbeln. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) forderte den Handel auf, die Steuersenkung an die Verbraucher weiterzugeben.

Mit dem Beschluss der Koalition und nachfolgend des Unternehmens gehen für die Netto-Mitarbeiter jedoch auch erhebliche Mehrbelastungen einher, insbesondere bei der Asrtikelpflege und Preisauszeichnungen.

rom mit dpa

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Autor: W&V Redaktion

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