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Plagiatsvorwürfe
Hat dm diesen nachhaltigen Rucksack kopiert?

Das nachhaltige Label Mela Wear wirft dm vor, seinen Rucksack Ansvar abgekupfert zu haben und diesen unter der Marke Pusblu zu verkaufen. Die Drogeriemarktkette beruft sich auf aktuelle Trends.

Text: W&V Redaktion

8. Oktober 2021

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Mela Wear legt viel Wert auf verantwortungsvollen Konsum und bietet Kleidung, Taschen und Schuhe aus nachhaltigen Materialien an. Die Waren des Unternehmens sind nach den hohen Standards von Fairtrade Cotton, dem Global Organic Textile Standard (GOTS) und dem Grünen Knopf zertifiziert. Zudem unterstützt das Label Projekte in Indien und Sri Lanka finanziell mit dem Verkauf ihrer Kleidungsstücke. Dafür wurden sie 2020 mit dem Fairtrade Award ausgezeichnet. 

Verantwortungsvoller Rucksack

Nun gibt es Ärger um ihren Rucksack Ansvar. Dieser wurde 2021 für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Dieser ist ausschließlich aus nachhaltigen Materialien hergestellt und kostet 99,90 Euro. Als plötzlich bei der Drogeriekette dm ein zum Verwechseln ähnlicher Rucksack im Sortiment auftaucht, kommt das bei den Gründern sowie Fans von Mela Wear natürlich gar nicht gut an. Zumal dm im Frühjahr 2021 starkes Interesse an Mela Produkten zum Wiederverkauf bekundete und probeweise Rucksäcke zugeschickt bekam, so die Aussage von Mela Wear, die dies auch in einer Instagram-Story veröffentlichen. 

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Verkaufspreis unter Einkaufspreis

Mit 17,90 Euro liegt der Verkaufspreis des dm-Rucksacks sogar unter dem Einkaufspreis des nachhaltigen Originals von Mela. Da fragt man sich zurecht, zu welchen Arbeits- und Umweltkriterien hier produziert wurde. Denn der Rucksack von dm enthält statt Bio- und Fairtrade-zertifizierter Baumwolle nur solche aus konventionellem Anbau. Zudem ist er in China hergestellt und es werden keine Sozialprojekte unterstützt. Ein klarer Fall von Verbrauchertäuschung findet Mela Wear.

Gründer Henning Siedentopp will das nicht kampflos hinnehmen. "Durch das Kopieren von Mela Rucksäcken schmücken Sie sich mit unseren Werten, die Ihnen nicht zustehen. Sie täuschen derzeit Kund:innen, die mit ihrem Kauf einen nachhaltigen Beitrag leisten wollen", schreibt er in einem offenen Brief an dm-Chef Christoph Werner und fordert: "Nehmen Sie diese billige Kopie wieder vom Markt!" Auch ruft er Fans auf, unter einem dm-Instagram-Post zu ihren Unmut kundzutun:

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Dm hingegen gibt sich alles andere als schuldbewusst und beruft sich in einem Kommentar auf aktuelle Trends und dass nur noch Restbestände des Rucksacks abverkauft würden. 

Mittlerweile haben die Parteien wohl miteinander gesprochen. Die Antwort von dm war nicht zufriedenstellend heißt es seitens Mela. Man wolle vor allem noch einmal klarstellen, was dem Label wichtig ist: "Es geht nicht nur um die Nachahmung des Rucksacks, sondern vor allem um unsere nachhaltige Lieferkette in Indien und die Menschen, die dahinterstehen", so Mela Wear auf Instagram.

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Autor: Katrin Ried

Ist Autorin der W&V. Neben Marketingthemen beschäftigt sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.

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