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Kapitalerhöhung
Home24: Mehr Geld für Showrooms

Über die Börse hat sich Home24 um die 46 Millionen Euro beschafft. Sie sollen das weitere Wachstum, etwa auch bei den Showrooms befeuern. Home24 rechnet mit einem Umsatzplus von um die 40 Prozent in diesem Jahr.

Text: W&V Redaktion

9. Dezember 2020

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Mit frischem Geld aus einer Kapitalerhöhung will der Online-Möbelhändler Home24 sein Europageschäft stärken. Am späten Dienstagabend hatten die Berliner nachbörslich 2,64 Millionen neue Aktien an institutionelle Investoren verkauft und damit brutto 46 Millionen Euro eingestrichen.

Mit dem Geld will Home24 seine Position vor allem auf dem europäischen Markt außerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz festigen und die Bekanntheit stärken. Im Gespräch seien zudem Investitionen in neue Technologien und das Showroom-Konzept: Anstelle von riesigen Möbelhäusern stellt Home24 als Online-Händler Ausschnitte seiner Kollektionen bislang nur in kleineren Geschäften in ausgewählten Großstädten aus.

Für 2020 kündigte das Startup ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 38 und 42 Prozent an. Im November trug der "Best Month", den Home24 rund um den Black Friday in Europa ausgerufen hatte, zum Erfolg bei. Am beliebtesten waren übrigens Sitzmöbel: Die fünf meistverkauften Artikel waren in diesem Jahr Esszimmerstühle.

"Wir blicken zuversichtlich auf die enormen Marktchancen im Home & Living E-Commerce. Deshalb erhöhen wir unsere Wachstumsambitionen und stellen gleichzeitig die strukturelle Profitabilität unseres Geschäftsmodells unter Beweis. Es freut uns, dass sich unsere Fortschritte beginnen auszuzahlen und zur Aufnahme in den deutschen SDAX geführt haben. Dies ist vor allem ein Beleg für die großartige Arbeit des gesamten Home24-Teams und unserer Partner", so Marc Appelhoff, CEO von Home24.

Platziert wurden die neuen Aktien zu je 17,58 Euro, rund fünf Prozent Abschlag zum Xetra-Schlusskurs vom Dienstag. Am Mittwoch fielen die Aktien zuletzt um etwas mehr als vier Prozent auf 17,70 Euro. Mit der Kapitalerhöhung nutzte das Unternehmen indes den zuletzt guten Lauf seiner Aktien von weniger als drei Euro im April bis auf zuletzt fast 20 Euro. Die Berliner profitieren in der Corona-Krise vom Online-Shoppingboom.

Zwar spürte der Online-Möbelhändler auch unmittelbar nach dem Beginn der Corona-Krise einen Rückgang der Nachfrage. In den vergangenen Quartalen hingegen konnte er deutlich zulegen: Spürbar mehr Bestellungen aus Europa und Lateinamerika sorgten für bessere Geschäftsaussichten. Die Entwicklung will das Management auch nutzen, um seine brasilianischen Tochtergesellschaft Mobly an die Börse zu bringen.

Home24 selbst bringt es aktuell auf einen Börsenwert von etwas mehr als 500 Millionen Euro. Auch deshalb wird das Unternehmen noch im Dezember in den Nebenwerteindex SDax aufsteigen.

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