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Vor allem Onlinehandel wächst
Ikea überspringt Umsatzhürde von 5 Milliarden Euro

Möbelriese Ikea wächst in reifen Märkten wie Deutschland nur noch langsam - und erreicht dennoch dank E-Commerce in diesem Jahr einen Rekordumsatz.

Text: W&V Redaktion

23. Oktober 2018

Küchen von Ikea (hier eine Werbeszene) werden immer öfter vom konzerneigenen Service montiert.
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Trotz eines nur noch verhaltenen Wachstums hat der Möbelhändler Ikea auf seinem größten europäischen Einzelmarkt Deutschland erstmals mehr als 5 Milliarden Euro umgesetzt. Die Erlöse stiegen im Geschäftsjahr 2018 (30. August) um 2,8 Prozent auf 5,003 Milliarden Euro, wie die deutsche Tochter berichtete. Weltweit hatte der Möbelriese um 4,7 Prozent zugelegt.

Erneut wuchs in Deutschland der Online-Umsatz mit einem Plus von 12,8 Prozent schneller als der stationäre Handel. Der Online-Anteil macht aber nur 371 Millionen Euro oder 7,4 Prozent des Gesamtvolumens aus. Die Zahl der Website-Besucher stieg um 9,0 Prozent auf 286,3 Millionen.

Die jährliche Besucherzahl in den unverändert 53 Möbelhäusern blieb mit rund 100 Millionen Menschen nahezu gleich. Pro Einkauf gaben die Kunden im Schnitt 94,40 Euro aus und damit 2,6 Prozent mehr als 2017, eine Steigerung knapp über der allgemeinen Inflation. Die Lebensmittel-Sparte mit den Restaurants wuchs um 4,0 Prozent auf 239,5 Millionen Euro.

Mehr Service gefragt

Die Einrichtungshäuser blieben ein wichtiger Erfolgsfaktor, der auch in Zeiten des Onlinehandels eine entscheidende Rolle beim Möbelkauf spiele, erklärte Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balslev. Gestiegen sei die Nachfrage nach Serviceleistungen vor allem bei Küchenaufmaß und -Montage um jeweils 21 Prozent. Obwohl die meisten Menschen ihre Ikea-Möbel immer noch selbst zusammenschrauben, stieg auch hier die Nachfrage nach Möbel-Montage um 4,0 Prozent. Die Lieferpreise für Pakete wurde im Mai abgesenkt und die Lieferfristen per Spedition beschleunigt.

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie hat Ikea zudem dem Windanlagenbauer Nordex Aufträge für vier Windparks in Finnland erteilt. Die Windparks sollen ab Sommer 2019 in der Nähe der finnischen Städte Vaasa, Kurikka und Maalahti entstehen, teilte Nordex mit. Nach eigenen Angaben will Ikea mehr Treibhausgasemissionen reduzieren, als in der Ikea-Wertschöpfungskette entstehen.

Übrigens: Damit das Marketing von Ikea niemals alt wird, hat Heiko Klauer, Chief Marketing Officer von Ikea Deutschland, ein fixes Budget für Experimente festgelegt. Mehr über die neuen Experimente erfahren Sie hier. 

W&V Online/dpa

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