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Status Quo
Influencer Marketing: Deutsche Marketer kontrollieren zuviel

Um das Vertrauen zwischen Influencern und ihren Follower zu stärken, müssen Marketer dringend etwas tun: Basierend auf einer Umfrage rät Takumi-Chef Chris Jungjohann, den Influencern mehr kreative Freiheit zu lassen. 

Text: W&V Redaktion

25. Oktober 2019

Chris Jungjohann ist Geschäftsführer Takumi Deutschland.
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2250 Verbraucher, 750 Marketer, 350 Influencer: In einer breiten Umfrage in Deutschland, UK sowie den USA hat die Influencer-Agentur Takumi den Status Quo von Influencer Marketing unter die Lupe genommen. Chris Jungjohann, Geschäftsführer Takumi Deutschland, spricht mit W&V Online über Werbewirkung sowie die Herausforderungen fürs Marketing. Dazu zählt auch das Vertrauen der Marketer in ihre externen Mitarbeiter: Während im Vereinigten Königreich und den USA neun von zehn Marketern in Influencern vertrauen, ist es in Deutschland nur einer von zehn.

Herr Jungjohann, Marken kommunizieren immer mehr über Influencer. Bei Estée Lauder fließen sogar 75 Prozent des gesamten Werbebudgets in digital und dabei insbesondere in Influencer Maketing. Bekommen die Marken heraus, was sie sich erwarten?

Ja. Trotz der Herausforderungen mit Fake-Followern ist Influencer Marketing sehr effizient und immer mehr Marken investieren darin. Wir beobachten, dass Marken, die vor allem auf langfristige Partnerschaften mit Instagram Influencern setzen, sehr gute Ergebnisse erzielen und ihre Budgets erhöhen.

Ihrer Befragung zufolge ist die Glaubwürdigkeit in Deutschland gegenüber anderen Ländern vergleichsweise schwach ausgeprägt: Was sind die Gründe?

Es ist eher das Vertrauen in Influencer, was deutschen Marketern schwerer fällt. Hierzulande legen Marketingverantwortliche mehr Wert auf Kreativität, wollen aber gleichzeitig mehr Kontrolle. Vielleicht liegt das in der Natur der Deutschen, alles strenger kontrollieren zu wollen. Klar ist aber, Influencer können nur authentisch sein, wenn man ihnen auch den Freiraum gibt, sich ihrer Zielgruppe so zu präsentieren, wie die es gewohnt sind.

Wie müssen Marken die Zusammenarbeit mit Influencern ändern, damit die Glaubwürdigkeit sowohl des Influencers aber auch der Marke gewährleistet ist?

Marken sollten besser mit den Influencern kommunizieren und sollten versuchen langfristige Partnerschaften mit einigen ausgewählten einzugehen, statt mit einer hohen Anzahl an Influencern zusammenzuarbeiten oder nur mit denen, die eine vermeintlich hohe Reichweite haben. Klare Briefings, enge Kommunikation und ein bisschen mehr Freiraum für Kreativität - davon würden alle profitieren.

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In der Umfrage klagen viele Influencer über zuviel Druck, die ihren Freiraum beschneidet. Wieviel Kontrolle dürfen und sollen Marken ausüben - und wo laufen sie Gefahr, die Kreativität ihrer Influencer zu ersticken? 

Klar muss es Briefings geben, allerdings sollten Marketer diese nicht zu eng schnüren. Zudem sollten sie eindeutig mehr auf die Kreativität der Influencer schauen, als Follower-Zahlen und Engagement zu bewerten. Die Influencer sind mittlerweile größtenteils sehr professionell geworden, auch beispielsweise in der Gestaltung und Umsetzung ihrer Fotos und Videos. Sie haben ja selbst Interesse daran, Marken nachhaltig ihrer Community gegenüber zu präsentieren. Denn sonst wenden die Fans sich ganz schnell ab. Die lassen sich nicht mehr in die Irre führen. Marketer brauchen unserer Erfahrung nach eigentlich keine großen Befürchtungen haben und könnten mehr Vertrauen haben. Zumindest, wenn man mit Plattformen zusammenarbeitet und auch Tools zur Fake-Erkennung einsetzt.

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