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Simon Kucher & Partners
Interesse an Black Friday sinkt wegen Corona

Rabattschlacht im Teil-Lockdown: Nur die Hälfte der Verbraucher will am Black Friday oder am darauf folgenden Cyber Monday auf Schnäppchenjagd gehen. Vor einem Jahr waren es zwei Drittel. Auch das Budget schrumpft.

Text: W&V Redaktion

20. November 2020

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Viele Händler haben in diesem Jahr früher als sonst damit begonnen, mit Black-Friday-Rabatten zu werben. Doch ob das reicht, die Kauflust der Kunden wie in den Vorjahren anzustacheln, ist angesichts der Corona-Pandemie ungewiss.

Eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners ergab, dass in diesem Jahr gerade einmal die Hälfte der Verbraucher plant, am Black Friday oder dem folgenden Cyber Monday auf Schnäppchenjagd zu gehen. Vor einem Jahr hatten das noch zwei Drittel der Konsumenten vor. Und auch das eingeplante Einkaufsbudget ist in der Corona-Krise zusammengeschmolzen: Im Durchschnitt sind in diesem Jahr "nur" noch 205 Euro für das Black-Friday-Shopping vorgesehen. Vor einem Jahr waren es noch 242 Euro. Bei der Umfrage gaben 57 Prozent der Konsumenten an, überwiegend oder ausschließlich online einkaufen zu wollen. Nur 14 Prozent wollen in Ladenlokale gehen.

Auch eine Umfrage des Preisvergleichsportals Idealo verheißt nichts Gutes für den Rabatttag. Danach wollen zwei Drittel der Verbraucher in diesem Jahr nicht am Black Friday teilnehmen oder zumindest weniger Geld ausgeben als im Vorjahr.

Händler locken immer früher mit Black-Friday-Angeboten

Doch nicht alle sind so pessimistisch. Der Handelsverband Deutschland (HDE) etwa rechnet in diesem Jahr für den Black Friday und den Cyber Monday sogar mit einem neuen Umsatzrekord von rund 3,7 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Händler bemühen sich in diesem Jahr noch mehr als in der Vergangenheit, die Kunden anzulocken. Der Startschuss dafür fiel noch früher als sonst. Amazon lockt schon seit Ende Oktober mit "frühen Black Friday Angeboten". Saturn und Media Markt versprachen ihren Kunden gleich einen ganzen "Black November" und auch Zalando präsentierte schon Wochen vor dem eigentlichen Termin reduzierte Black-Friday-Angebote auf seiner Homepage.

Der Black Friday hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der umsatzstärksten Verkaufstage im deutschen Einzelhandel entwickelt. Doch in diesem Jahr könnte es am Ende anders ausgehen. In den Innenstädten droht der Teil-Lockdown, die Lust an der Schnäppchenjagd zu torpedieren. Und auch im Internet könnte die Ausgabenbereitschaft heuer aufgrund der Pandemie deutlich geringer sein als früher.

Maskenpflicht und Angst vor Ansteckung in den Fußgängerzonen

Gerade die Händler in den Innenstädten könnten ein bisschen zusätzlichen Rummel durch den Rabatttag gerade sehr gut brauchen. Die Kundenfrequenzen in den Innenstädten sind seit der coronabedingten Schließung der Gastronomie und Freizeitangebote wieder drastisch eingebrochen. Der Präsident des Handelsverbandes Textil (BTE), Steffen Jost, klagte bereits: "Aktuell machen die meisten Geschäfte jeden Tag Verlust, weil die Umsätze nicht mal die anfallenden Kosten decken."

Die Maskenpflicht und die Angst vor einer Ansteckung rauben den Spaß an einer Schnäppchenjagd in der Innenstadt. "Alles, was in früheren Jahren an Nicht-Preis-Aktionen am Black Friday in Ladengeschäften stattgefunden hat - das besondere Event-Flair, das Glas Sekt -, ist in diesem Jahr leider kaum möglich", sagt Simon-Kucher-Expertin Nina Scharwenka.

Diejenigen, die auch in diesem Jahr auf Schnäppchenjagd gehen wollen, sind laut der Umfrage in erster Linie an Elektroartikeln (65 Prozent), Kleidung (42 Prozent) und Haushaltskleingeräten (40 Prozent) interessiert.

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