Anzeige

Digitalkonferenz
Jetzt ist es amtlich: OMX lädt True Fruits aus

Statt Branchendialog Anfeindungen bis hin zu Boykottaufrufen: Das gab für Oliver Hauser, Veranstalter der OMX, nun den Ausschlag, dem True-Fruits-Marketingchef Nic Lecloux keine Bühne zu bieten.

Text: W&V Redaktion

6. November 2019

Nic Lexloux, True Fruits
Anzeige

Seit Mitte letzter Woche kochte die Debatte hoch, ob Nic Lecloux, Marketingchef von True Fruits, seinen Auftritt auf der Digitalkonferenz OMX am 21.11.2019 in Salzburg wie geplant absolvieren kann oder nicht. Von den einen wird True Fruits für seine frechen Sprüche gefeiert, den anderen gehen die Kampagnen viel zu weit - sexistisch, rassistisch, behindertenfeindlich. Erst im Sommer kam es zu einer Rüge durch den Deuschen Werberat.

Deswegen formiert sich der Widerstand unter dem Hashtag #truediskriminierung - der die Ausladung von Lecloux bei der OMX jetzt als Erfolg für sich verbuchen dürfte. Die Aktivisten starteten im Frühjahr eine Petition, um Handelsgeschäfte zur Auslistung von True Fruits zu bewegen.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Auch in der aktuellen Auseinandersetzung erhob die Initiative ihre Stimme, etwa mit diesem offenen Brief, zu dessen Unterzeichnern auch Spiegel-Kolumnistin Margarete Stokowski, Autorin Charlotte Roche, Comedienne Carolin Kebekus und Moderator Joko Winterscheidt zählen. 

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Für den Organisator Oliver Hauser spitzte sich die Lage in den vergangenen Tagen offensichtlich so zu, dass er nun Nic Lecloux eine Absage erteilte. In einer ersten Stellungnahme war zunächst nur davon die Rede, den Slot zu überarbeiten, ein neues Thema für True Fruits zu wählen, das womöglich dem Bedürfnis nach Austausch und kritischer Auseinandersetzung besser gerecht geworden wäre.

Jetzt schreibt Hauser: "In der vergangenen Woche mussten wir allerdings erleben, dass ein sachlicher und kritischer Austausch zu diesem polarisierenden Marketingthema einen für uns nicht akzeptablen Preis hat: Wir sehen uns mit Anfeindungen, Aufrufen zum Boykott unserer Veranstaltung bis hin zu Demonstrationen und Aktionismus konfrontiert, die den reibungslosen Ablauf unserer Konferenz und allem voran die Sicherheit unserer Gäste und Vortragenden gefährden." Er sieht das Ziel der Konferenz nach wie vor darin, den Branchendialog zu fördern und nicht um Personengruppen gegeneinander aufzubringen. Das hat wohl im aktuellen Fall leider nicht funktioniert.

Hauser ist es wichtig, das Feedback ernst zu nehmen und betont daher: "Rassismus, Sexismus und Ausgrenzung lehnen wir strikt ab, genauso wie Intoleranz und Radikalisierungen in jeglicher Form."

Unter dem Facebook-Eintrag erfährt Hauser viel Verständnis, aber auch großes Bedauern, dass sich die Fronten dermaßen verhärtet haben. Thomas Hutter, Betreiber des Facebook-Marketing-Blogs kommentiert: "Absolutes Verständnis für die Entscheidung von Oliver, gleichzeitig maximales Unverständnis, dass die Möglichkeit eines Dialogs und einer Diskussion und eine sachlichen Auseinandersetzung mit der Thematik nicht möglich zu sein scheint. Traurig, echt traurig sowas und krass zu sehen, wie intolerant/militant/radikal die Gesellschaft geworden ist".

Anzeige