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CES Las Vegas
Kiemen statt Rückleuchten: Die Neugeburt des Mercedes

Mercedes stellt auf der CES in Las Vegas ein Showcar vor, das zeigt: Mensch und Auto verschmelzen miteinander. Vorbild ist der Science-Fiction-Hollywood-Klassiker Avatar von James Cameron.

Text: W&V Redaktion

8. Januar 2020

Mercedes Vision AVTR: Innen und Außen verschmelzen miteinander
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Als der Kinofilm "Avatar" vor zehn Jahren in die Kinos kam, sprengte er alle Rekorde. Mit fast drei Millarden Dollar Einspielergebnis ist er erst vor wenigen Wochen durch "Avengers-Endgame" vom ersten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten verdrängt worden. In dem Science-Fiction-Film "Avatar" geht es um einen gelähmten Marinesoldaten, der durch einen technologischen Doppelgänger eine neue Form des Erlebens erfährt.

Jetzt machen Avatar-Regisseur James Cameron und Daimler-Chef Ola Källenius gemeinsame Sache. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas hat Mercedes ein Showcar namens "Vision AVTR" präsentiert, und Regisseur James Cameron betont, es gehe um mehr als eine Marketingaktion.

Tatsächlich ist das, was Daimlers Designteam um Gorden Wagener, Steffen Köhl und Hartmut Sinkwitz gemeinsam mit James Camerons Produktionsfirma Lightstorm entwickelt haben, weit mehr als ein herkömmliches Konzeptfahrzeug. Es gibt kein Lenkrad, dafür eine kompostierbare Batterie und kiemenähnliche Klappen am Heck. Was soll das?

Mercedes spricht von einer "neuen Interaktion zwischen Mensch, Maschine und Natur".  

Tatsächlich scheinen sich bei dem Fahrzeug die Grenzen zwischen Innen und Außen aufzulösen. Statt eines Lenkrads kommuniziert der Mensch über ein Bedienelement in der Mittelkonsole mit der Maschine. Der Innenraum erwacht durch das Auflegen der Hand, und das Fahrzeug erkennt den Fahrer an seiner Atmung. 

Die Batterie ist frei von seltenen Erden und Metallen. Die Materialien der Batterie sind kompostierbar und damit vollständig recycelbar. Damit soll Elektromobilität unabhängig von fossilen Ressourcen werden.

Optisch herausragend sind die 33 bionischen Klappen auf der Rückseite des Fahrzeugs. Sie erinnern an Reptilienschuppen und lassen das Auto wie ein Lebewesen wirken. Sie können mit dem Fahrer und durch den Fahrer mit ihrer Außenwelt durch subtile Gesten kommunizieren. Wer wird künftig noch Rückleuchten brauchen, wenn die Kiemen seines Avatars anzeigen, dass die Einheit verzögert?

Kiemen statt Rückleuchten: Das Heck des Mercedes Vision AVTR

Von wegen Bewegung: Durch die Möglichkeit, Vorder- und Hinterachse gleich beziehungsweise gegensätzlich anzusteuern, kann sich der Mercedes im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugen um etwa 30 Grad seitwärts fortbewegen. Das erinnert an den Gang eines Krebses.

Der "Vision AVTR" ist eigentlich kein Auto mehr, sondern eher eine Mobilitätserweiterung für den Menschen. Vom Werkzeug zur Prothese. Mercedes zeigt, wie der Mensch eins werden kann mit der Maschine. Und damit auch mit der Marke.

The Verge stellt das Auto im Video vor:

Was gibt es auf der CES sonst noch Spannendes zu entdecken? Das weiß unsere Video-Bloggerin Franzi Knoefel. Hier finden Sie Ihre Nachlese von Tag 1, unter anderem mit dem neuen veganen Produkt von Impossible Foods.

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