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Getränke-Marketing
Lemonaid macht sich über das Beinah-Namensverbot lustig

Zu wenig Zucker im Getränk? Eine Vorlage, die sich das Startup werblich nicht entgehen ließ.

Text: W&V Redaktion

24. Januar 2019

Mehr Zucker gewünscht? Lemonaid macht's möglich.
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Der Fall war mehr als kurios: Anfang des Jahres sah es so aus, als dürfe Limonaden-Hersteller Lemonaid sein Getränk gleichen Namens nicht mehr unter der Bezeichnung "Limonade" verkaufen.

Das Verbraucherschutzamt in Hamburg hatte einen zu geringen Zuckergehalt in der Rezeptur bemängelt – sechs Prozent, das sei zu wenig. Denn der offizielle Mindestzuckergehalt für eine Limonade liegt bei sieben Prozent. Die Folge: Der Limonaden-Status des Limetten-Drinks wackelte.

Das Gezerre währte aber bekanntlich nur kurz; das Amt ruderte zurück, und Lemonaid darf sich erst mal weiter "Limonade" nennen.  

Das Hamburger Startup, das die Limo braut, ließ sich diese Vorlage werblich aber natürlich nicht entgehen. In zwei Motiven greift das Unternehmen die Aktion jetzt augenzwinkernd auf.

Es ist amtlich

Einmal wird die Limonade als "amtlich unterzuckert" ("Weniger Zucker als der Staat erlaubt") präsentiert.

Das andere Motiv wendet sich an alle, die das Getränk als nicht süß genug empfinden könnten: Die Originalflasche mutiert hier zum Zuckerstreuer. Mit einem kleinen Extra-Gag: Wer einen Viererpack Lemonaid kauft, erhält tatsächlich einen dieser Zuckerstreuer.

Letzteres Motiv und die Aktion mit den Flaschenaufsätzen für Zucker und Öl entstand zusammen mit Partnern aus dem Lebensmitteleinzelhandel, erzählt Torben Bendig, Leiter strategisches Marketing bei Lemonaid: "Sie fanden die Situation so kurios wie wir und wollten es zeigen." Beide Motive entstanden inhouse. Die Agentur Honey, mit der Lemonaid üblicherweise zusammenarbeitet, stand "beratend zur Seite", so Bendig.

Ob sich die mediale Aufmerksamkeit, die die Hamburger durch die Aufregung erhalten haben, schon positiv auf den Absatz der Limonade ausgewirkt hat, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen, so der Marketing-Leiter.

Aber: "Wir haben haufenweise Solidaritätsbekundungen über Facebook, Instagram, Twitter, Email und persönlich bekommen, was uns riesig freut."

Engagement der Konsumenten

Am meisten "beeindruckt und mit Dankbarkeit erfüllt" hätten ihn jedoch zwei Petitionen, die von Fans ins Leben gerufen und von vielen unterschrieben wurden.

Bendig: "Es zeigt mir, dass sich das Engagement aller Lemonaider, hochwertige Limonaden zu produzieren und auf die Straße zu bringen und damit soziale Projekte zu fördern, auch auf die Limo-Käufer überträgt."

Sein Unternehmen hoffe nun, "dass aus der Ankündigung, die Richtlinien zu ändern, jetzt auch Taten folgen und jeder Hersteller gesündere Limonaden unter dieser Bezeichnung machen kann."

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