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Verbraucherschutz
Lemonaid muss sich schon wieder wehren

Erneut wird der Bio-Limonade Lemonaid vorgeworfen, sie würde zu wenig Zucker enthalten. Das wollen sich die Hamburger nicht gefallen lassen und starten eine Aktion gegen Bundesministerin Julia Klöckner.

Text: W&V Redaktion

15. September 2020

Der Stein des Anstoßes: Die Lemonaid Maracuja enthält angeblich zu wenig Zucker
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Ein Denkmal aus Zucker mit dem Konterfei der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner soll die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass das Hamburger Unternehmen Lemonaid erneut dafür kritisiert wird, zu wenig Zucker in seinen Limonaden zu haben. Diesmal ist es das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Bonn, dass den Verkauf der Limonaden unterbinden will.

Es war ein großer Aufreger im letzten Jahr: Der faire Getränkehersteller Lemonaid sollte seine Produkte nicht mehr als Limonade verkaufen dürfen – da sie laut einer Richtlinie zu wenig Zucker enthielten. Nach heftigem Gegenwind sollte die unsinnige Vorgabe geändert werden. Doch viel passiert ist seitdem nicht - jetzt bekam das Unternehmen erneut Ärger mit dem Verbraucherschutz.

Der Verbraucherschutz der Stadt Bonn kritisiert Lemonaid Maracuja

Diesmal wirft das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Bonn den Hamburgern vor, dass ihre Lemonaid Maracuja weniger als die in den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke für Limonaden vorgeschriebenen "mindestens sieben Gewichtsprozent" Zucker enthält. Diese Angabe nützt zwar der Zuckerlobby, steht aber im Gegensatz zu den Vorhaben der Politik, die unter anderem die "Nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten".  

Starker gesellschaftlicher Widerstand war die Folge der Lemonaid-Abmahnung von 2019 – und auch die Politik schien sich letztlich zu bewegen. Die damalige Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte an, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, "dass die Leitsätze für Lebensmittel hinsichtlich möglicher gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft werden". Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden, "sondern der Normalfall sein".

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Julia Klöckner soll den Gründern Rede und Antwort stehen

Die Gründer Paul Bethke und Felix Langguth wollen auch diesmal nicht kampflos akzeptieren, dass sie mehr Zucker in ihre Drinks tun müssten, um weiterhin "Limonade" zu heißen. Dieses Jahr haben sie bereits Getränke auf den Markt gebracht, die sogar ganz ohne Fruchtzucker und auch ohne jede Süßstoffe auskommen. Und sie werden Julia Klöckner ein "Denk mal" aus Zucker setzen – mit ihrem Antlitz. Am morgigen Mittwoch werden sie es vor dem Ernährungsministerium in Berlin enthüllen – und bei Klöckner klingeln, um sie auf eine Limo zur Einweihung einzuladen. Paul Bethke: "Bei jeder Flasche Lemonaid gilt: Trinken hilft. Julia Klöckner hilft die Flasche hoffentlich, zu verstehen, dass eine richtig gute Limo nicht viel Zucker braucht." Dann könnten die beiden Gründer doch noch den Text an der Statue ändern. In: "Julia Klöckner - Kämpferin gegen zu viel Zucker in Lebensmitteln."


Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.

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