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Nachhaltigkeit
Lidl kämpft gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln

Unter dem Motto "Ich bin noch gut" startet der Discounter Ende Februar eine neue bundesweite Rabattaktion für Lebensmittel kurz vor dem Ablaufdatum: Sie werden um die Hälfte billiger angeboten.

Text: W&V Redaktion

17. Februar 2020

Alles in den "Ich bin noch gut"-Boxen kostet nur noch die Hälfte.
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Der Discounter Lidl hat sich bekanntlich im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie dazu verpflichtet, Lebensmittelverluste und organischen Abfall bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren. Dazu soll eine neue Initiative beitragen, die gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln motiviert.

Die Aktion mit dem Namen "Ich bin noch gut" startet ab Ende Februar in allen rund 3200 Filialen in Deutschland. Dabei werden qualitativ einwandfreie Artikel aller relevanten Warengruppen, etwa Molkereiprodukte, Frischeprodukte, Backwaren, Trockensortimentsprodukte oder Tiefkühlprodukte einige Tage vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums separat präsentiert: Sie erhalten einen "50 Prozent"-Sticker und werden in grünen Boxen mit der Aufschrift "Ich bin noch gut" angeboten.

Mehr und höhere Rabatte

Je nach Sortimentsbereich sind die Boxen beispielsweise in der Kühlung oder neben den Aktionsartikeln in der Filiale zu finden. Damit ersetzt "Ich bin noch gut" die bisher angewandte Praxis bei Lidl, Produkte einiger weniger Warengruppen mit 30 Prozent zu rabattieren. Die Preisreduzierung wird also ausgeweitet, um letztlich weniger wegzuwerfen.

"Regionale Tests haben eine vielversprechende Reduktion von Lebensmittelverlusten im zweistelligen Prozentbereich ergeben. Die auffällige und deutliche Reduzierung spricht Kunden konkret an und hilft uns als Unternehmen, weniger abgelaufene Lebensmittel wegwerfen zu müssen", so Tomasz Kuzma, Geschäftsleiter Vertrieb bei Lidl Deutschland. "Es ist wichtig, neue Konzepte zu entwickeln und ständig zu hinterfragen, wo man noch besser werden kann."

Selbst genauer prüfen

Der gesteigerte Abverkauf durch gezielte Rabatte soll auch auf die bundesweite Strategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) "Zu gut für die Tonne" einzahlen, deren Logo ebenfalls auf den "Ich bin noch gut"-Boxen aufgedruckt ist. Gleichzeitig will Lidl damit zum globalen Ziel der Vereinten Nationen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster beitragen, Lebensmittelabfälle bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

Mit dem Aufdruck "Ich halte oft länger, als man denkt" unterstützt Lidl außerdem eine Kampagne der Organisation "Too good to go". Dieser soll die Kunden zu Hause daran erinnern, auf die eigenen Sinne zu vertrauen und Lebensmittel vor dem Wegwerfen prüfend anzuschauen, zu riechen und zu schmecken – immerhin sind sie oft auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar.

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Kooperation mit Lieferanten

Lidl wird diesen Hinweis sukzessive auf verschiedenen Produkten wie Milch oder Joghurt anbringen, weitere werden folgen. Zudem finden Kunden auf verschiedenen Kommunikationskanälen wie lidl.de/Lebensmittelrettung Tipps zur passenden Portionierung und Lagerung von Lebensmitteln sowie Rezepte zur Resteverwertung.

Eine weitere Maßnahme der ganzheitlichen Lidl-Lebensmittelrettung ist die engere Zusammenarbeit mit Lieferanten. So werden nicht ganz so hübsche, aber geschmacklich einwandfreie Tomaten püriert als Tomatenbasis verarbeitet und in der Obst- und Gemüseabteilung angeboten.

Dem langjährigen Partner Tafel Deutschland stellt Lidl verzehrfähige und lebensmittelrechtlich unbedenkliche Ware kostenlos zur Verfügung. Was wirklich weder verkauft noch gespendet werden kann, wird zu Treibstoff: Diese Lebensmittel werden in Biogasanlagen zur Herstellung von Bio-Methan transportiert, das unter anderem als Biokraftstoff für Autos dient.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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