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Lebensmittelhandel
Lidl meldet Mega-Wachstum im Bio-Segment

Lidl verzeichnet beim Geschäft mit Produkten aus dem Öko-Landbau ein Wachstum um 44 Prozent. Die Kooperation mit Bioland zahlt sich für den Discounter voll aus.

Text: W&V Redaktion

8. November 2019

Die Kooperation mit Bioland zahlt sich für Lidl bislang mehr als aus.
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Seit November 2018 hat Lidl auch Produkte von Bioland im Sortiment. Ein Jahr später zieht der Discounter Bilanz: Wie Einkaufschef Jan Bock im Gespräch mit der Lebensmittelzeitung berichtet, hat sich die Kooperation mit dem Verband für ökologischen Landbau für Lidl bereits mehr als ausgezahlt. So hätten die Bio-Umsätze der zur Schwarz-Gruppe gehörenden Filialen laut GfK bis Juli um 44 Prozent zugelegt.

Damit wächst Lidl in diesem Segment dreimal stärker als der restliche Handel. Hier sind die Umsätze der nach ökologischen Richtlinien hergestellten Lebensmittel und Produkte laut GfK bis Juli um 12,5 Prozent gestiegen. Lidl ist es dabei gelungen, durch das hochwertige Bioland-Angebot zum einen der Konkurrenz wie den Drogeriemärkten und dem Systemwettbewerb Kunden abzuluchsen, zum anderen aber auch bestehende Kunden zu Bio-Käufern zu machen. Einzig bei den Kunden aus dem Fachhandel, also den Biomärkten und Naturkostläden, beißt der Discounter bislang auf Granit.

Vom Erzrivalen Aldi ist man allerdings noch weit entfernt: Dieser ist mit einem Marktanteil von 13 Prozent Bio-Marktführer, Lidl kommt bislang auf knapp drei Prozent. Damit sei der Bio-Marktanteil laut Bock noch zu niedrig, Lidl müsse hier agiler werden. Gemeinsam mit Bioland hofft Bock aber, auch über die nächsten Jahre stärker als der Markt zu wachsen.

Bislang wurden 50 der 230 Artikel aus der Lidl-Eigenmarke Bio Organic auf Bioland-Qualität umgestellt. Damit hat der Discounter das zu Beginn der Kooperation gesetzte Ziel von einem Viertel nahezu erreicht. 2020 sollen nun weitere Frischeartikel in Bioland-Qualität eingeführt werden, das betrifft vor allem Obst, Gemüse, Eier, Back- und Wurstwaren.

Ab Januar will Lidl auch über mehrere Jahre die Bioland-Stiftung unterstützen. Damit will der Discounter wohl vor allem auch der Kritik entgegentreten, die ihm zum Teil aus den Reihen der eingefleischten Bio-Branche entgegenschlägt. Hier zweifelt man an der Ernsthaftigkeit von Lidls Bio-Engagement, die eher als halbherzig und als Image-Politur angesehen wird und die, so wird befürchtet, im schlimmsten Fall auch dem Fachhandel die Existenz rauben könnte.

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