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E-Commerce
Marie Kondo: Shitstorm für neuen Shop

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Erst hat Marie Kondo uns gelehrt, wie wir ausmisten sollen. Nun kommt die japanische Aufräumexpertin mit einem eigenen Online-Shop daher, in dem sie teuren Krimskrams verkauft. Der Shitstorm im Netz ließ nicht lange auf sich warten.

Text: W&V Redaktion

21. November 2019

Aufräumexpertin Marie Kondo hat einen eigenen Webshop eröffnet.
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Womöglich liegt ein perfider, langfristig durchdachter Plan dahinter: Erst instruierte Marie Kondo in ihrer Netflix-Serie Millionen von Menschen dabei, wie sie sich erfolgreich von Kleidung, Geschirr, Büchern, Schuhen und allen möglichen sonstigen Sachen trennen. Mehrere Bestseller wie "Magic Cleaning: Wie Sie sich von Ballast befreien und glücklich werden" hat sie dazu veröffentlicht, für die ganz Begriffsstutzigen sogar in Comic-Form. Auch wurden in ihrem Namen bereits Tausende von Expertinnen ausgebildet, die zu den hilfesuchenden Menschen nach Hause kommen und dort nach der Konmari-Methode aufräumen, stets angeleitet von der Frage: "Macht mir dieser Besitz Freude?"

Jetzt, da alle Wohnungen und Häuser schön aufgeräumt und leer sind, erfolgt nun Stufe zwei der möglichen Strategie: In einem eigenen Online-Shop verkauft Kondo all die Dinge, die ihre Anhänger zuvor entsorgen sollten - natürlich alles zu einem mehr als exklusiven Preis. Handyablagen, Nagelbürsten, Kerzen, Hausschuhe, Stäbchenhalter, Bademantel aus Leinen - so etwas muss doch in jedem Haushalt vorhanden sein, oder?

Angeblich sei sie auf die Idee zu dem Shop gekommen, als Fans sie danach gefragt haben, welche Dinge sie gerne verwende, erzählte Kondo dem Wall Street Journal. Bei ihren Fans und Followern kam Marie Kondos neue Geschäftsidee allerdings nicht besonders gut an. "Jetzt wissen wir, was der Hintergedanke deiner Methode war: Kauft meine Sachen", schreibt beispielsweise ein User auf Twitter. Oder: "Marie Kondo hat den Blick für ihre Message verloren. Sie verkauft ernsthaft eine Stimmgabel und einen Kristall."

Auf Kondos Website heißt es nun: "Das Ziel beim Aufräumen ist es, Platz für bedeutsame Objekte, Menschen und Erfahrungen zu schaffen. Bei meiner Aufräummethode geht es nicht darum, Dinge wegzuwerfen – es geht darum, seine Sensibilität dafür zu stärken, was einem Freude bereitet." Aha.

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