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Systemgastronomie
Massive Einschnitte bei Vapiano

Die Restaurantkette Vapiano kippt ihre Expansionspläne und will eher qualitativ wachsen. Denn die Umsatzentwicklung 2018 hinkt den Erwartungen hinterher.

Text: W&V Redaktion

19. Februar 2019

Vapiano will nur noch in Metropolen.
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Bereits im vergangenen Herbst zeichnete sich ab, dass der Systemgastronom Vapiano ins Trudeln geraten ist.

Nun stehen die vorläufigen Zahlen für 2018 fest: Der Umsatz liegt unter den Prognosen und summiert sich auf  rund 370 Milllionen Euro. Damit fährt Vapiano ein Minus von knapp 30 Millionen Euro ein.

Dafür verantwortlich sei "die nicht zufriedenstellende operative Entwicklung des vierten Quartals 2018 sowie die schwache Entwicklung einiger neu eröffneter Restaurants", verkündet das Unternehmen in einer Mitteilung an die Investoren.

Cornelius Everke, CEO Vapiano: "Nach einem operativ sehr enttäuschenden Geschäftsjahr 2018 werden wir das Jahr 2019 nutzen, um einen strategischen Übergang zu schaffen und die Komplexität unseres Geschäftsmodells deutlich zu reduzieren. Unsere vorrangige Priorität ist es, die Profitabilität des Unternehmens zu steigern." Everke hatte im Dezember 2018 die Position übernommen, zuvor war er im Vorstand für die internationalen Märkte der Kette zuständig.

Vapiano drosselt das Expansionstempo und verlangsamt die Neueröffnungen. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Auswahl attraktiver und renditeträchtiger Standorte, heißt es. Auch Marketing und Kommunikation kommen auf den Prüfstand. 
"Aktuell können wir noch keine Aussage zu den konkreten Marketingplänen für dieses Jahr treffen", sagt Jan Zuther, Head of Marketing bei Vapiano. "Fest steht jedoch, dass wir weiterhin mit unseren festen Partnern zusammenarbeiten und gemeinsam sinnvolle Werbe- und Marketingmaßnahmen eruieren und durchführen werden." Für PR ist Achtung Hamburg verantwortlich. Die Leadagentur ist seit einem Jahr Taste Offenbach.

Bisher peilte Vapiano eine Präsenz in allen Städten ab 100.000 Einwohner an. Das scheint nun obsolet. In Hanau hat erst kürzlich eine Vapiano-Filiale geschlossen. Experimente wie der Lieferdienst stehen ebenfalls vor dem Aus.

Gleichzeitig will sich Vapiano auf die Märkte mit der höchsten Kapitalrendite konzentriert. Teile des Auslandsgeschäfts stehen demnach zur Disposition. In Europa wird der Fokus auf den "Corporate Restaurants" und "Joint Venture Restaurants" in Metropolen liegen.

Näher am Gast

Da die langen Wartezeiten vielen Kunden missfallen haben, will das Management hier ansetzen, unter anderem mit Bestellungen per App oder an digitalen Bestellterminals.

Auch die Prozesse und Arbeitsabläufe innerhalb der Restaurants sollen verbessert werden. Die Effizienz der gesamten Organisation soll deutlich gesteigert werden. Hierzu gehört insbesondere die Reduzierung der Komplexität des Geschäftsmodells und die Sicherstellung effizienter Betriebsabläufe.

Straffere Menü-Karte

Die Restaurants besinnen sich auf ihre italienischen Wurzeln zurück und konzentrieren sich zudem auf Vapiano-Klassiker.

Vapiano wurde 2002 gegründet. Das Konzept setzt auf Fresh-Casual-Dining rund um Gerichte der italienischen Küche. Zum 31. Dezember 2018 gehören 231 Restaurants in 33 Ländern auf fünf Kontinenten zum Vapiano-Netzwerk.

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