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Raja Rajamannar
Mastercard-Marketer erklärt klassische Werbung für tot

Werbeblocker und Information Overload führen dazu, das klassische Werbung nicht mehr wahrgenommen wird. Deshalb setzt Mastercard verstärkt auf das Sponsoring von E-Games.

Text: W&V Redaktion

26. November 2018

Raja Rajamannar glaubt nicht mehr an klassische Werbung.
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Klassische Werbung ist tot - diese provokative These vertritt Raja Rajamannar, der internationale Marketingchef von Mastercard. Unternehmen müssten daher neue Wege finden, um Kunden zu erreichen. "Konsumenten werden heute im Schnitt täglich mit rund 5000 Botschaften bombardiert", sagte Rajamannar im APA-Interview in Wien. Dies führe zu einer Informationsüberflutung.

Kunden versuchten daher, diese Botschaften abzudrehen und bemerken sie teilweise nicht einmal mehr. Im Mobilbereich kämen Werbeblocker zu Anwendung. Bei anderen Angeboten wie YouTube oder Spotify  würden Kunden sogar dafür zahlen, um werbefreie Inhalte zu bekommen. "Der Kunde sagt: Ich habe eure Werbung so satt, dass ich bereit bin, Geld dafür zu zahlen, sie nicht zu sehen", sagte Rajamannar. Die klassischen Ansätze würden in der Werbung daher nicht mehr funktionieren.

Rajamannars These: Die Wirtschaftswelt hat sich grundlegend verändert, Konsumenten stellen heute ganz andere Ansprüche an Unternehmen als noch vor 15 Jahren. Die Konsumenten hätten den Anspruch, als etwas Besonderes behandelt zu werden. Außerdem werde zunehmend erwartet, dass Unternehmen sich gesellschaftlich engagieren - etwa im Bereich Umweltschutz.

Für einen Zahlungsdienstleister wie Mastercard bedeutet das Rajamannar zufolge, dass man nicht nur mit anderen Payments-Unternehmen konkurriert. "Es geht nicht um Payments, es geht nicht um Technologie, es geht um Lifestyle". Unternehmen müssten daher Erlebnisse für die Kunden schaffen. Mastercard bietet unter dem Stichwort "Priceless" daher spezielle Event-Angebote, die nur Kunden buchen können - etwa die Teilnahme am Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel inklusive Abstecher in das Starthaus.

Neue Wege versucht Rajamannar auch beim Sponsoring zu gehen. So hat Mastercard im September einen Sponsor-Deal mit dem Computerspielehersteller Riot Games abgeschlossen - und engagierte sich damit nach eigenen Angaben als erste große Marke im Bereich E-Sports, also dem kompetitiven Computerspielen. "E-Sports ist der am schnellsten wachsende Sportmarkt und hat in den USA teilweise ähnlich hohe Zuschauerzahlen wie der Superbowl", sagte Rajamannar. Riots Onlinespiel "League of Legends" werde monatlich von 100 Millionen Personen gespielt.

In Zukunft werde im Payment-Bereich der Zahlungsvorgang an sich noch stärker in den Hintergrund rücken, erwartet Rajamannar: "In fünf Jahren wird man nicht einmal darüber nachdenken wie man bezahlt, es wird automatisch passieren - so wie es jetzt schon bei Uber der Fall ist." Dort bestelle man einfach ein Auto und steige am Ziel aus. Die Abrechnung erfolgt automatisch über die App, in der die Zahlungsdaten hinterlegt sind. Rajamannar verweist dazu auch auf die "Amazon Go"-Läden in den USA, in denen Kunden die Produkte aus dem Regal nehmen können, ohne sie an einer Kasse bezahlen zu müssen.

Ein Überbleibsel aus den klassischen Werbezeiten von Mastercard: Die legendäre "Priceless"-Werbung mit Homer Simpson:

W&V-Redaktion/dpa

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