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Konsumentenbefragung
McKinsey: Deutsche erwarten schwere Wirtschaftskrise

Laut einer McKinsey-Umfrage gehen derzeit 17 Prozent der Menschen im Lande von einer lang anhaltenden Rezession aus. Auf die Krise reagieren sie mit einem deutlich geänderten Konsum- und Mobilitätsverhalten.  

Text: W&V Redaktion

7. Mai 2020

Corona-Pandemie: Die Angst vor einer lang anhaltenden Rezession in Deutschland wächst.
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Auch wenn sich die Bundesländer derzeit bei den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen gegenseitig überbieten, ist die Corona-Krise auch in Deutschland alles andere als vorbei. Tatsächlich macht sich trotz des bislang vergleichsweise milden Verlaufs der Pandemie in Deutschland ein wachsender Pessimismus in der Bevölkerung breit, wie die repräsentative Befragung "Consumer Sentiment Pulse Check" der Unternehmensberatung McKinsey & Company verrät. Hintergrund sind dabei die wirtschaftlichen Folgen der Krise, die bei 17 Prozent der befragten 1000 Konsumenten Befürchtungen einer lang anhaltenden Rezession geschürt haben. Bei der Befragung vor zwei Wochen lag dieser Wert noch bei 13, Anfang April bei 12 Prozent.

Gleichzeitig sank die Zahl derer, die optimistisch in die Zukunft sehen, von 25 über 24 auf inzwischen nur noch 22 Prozent. 52 Prozent der befragten Menschen gaben an, wegen der wirtschaftlichen Situation in Deutschland sehr oder gar extrem beunruhigt zu sein. Zusammen mit den Befürchtungen über die zeitliche Länge der Corona-Krise liegt die Angst um die wirtschaftliche Situation somit ganz vorn in der Sorgenliste der Bevölkerung. Damit Hand in Hand geht die Sorge um die eigenen Finanzen: 56 Prozent der befragten Personen gehen davon aus, dass die Corona-Krise über einen Zeitraum von zwei und mehr Monaten direkte Auswirkungen auf die eigene finanzielle Lage haben wird.

Mehr als die Hälfte der befragten Personen macht sich Sorgen um die deutsche Wirtschaft.

     

Weniger ÖPNV, mehr eigenes Auto 

Die Rezessionsängste haben kaum überraschend direkte Auswirkungen auf das eigene Konsumverhalten. So hat mehr als die Hälfte der befragten Personen die Wiedereröffnung der Geschäfte nicht zum Einkaufen von etwas anderem als Lebensmittel genutzt. 31 Prozent wollen künftig mehr auf ihr Geld achten und weniger unnötige Dinge kaufen, während für 23 Prozent verstärkt den Preis angebotener Artikel im Fokus stehen wird. Und selbst nach Ende der Corona-Pandemie wollen 56 Prozent der befragten Personen weniger Reisen als zuvor, 58 Prozent wollen den Besuch von Kinos, Theater und Konzerten einschränken und 45 Prozent die Nutzung von Sportangeboten wie etwa Fitness-Studios sowie Wellness-Behandlungen reduzieren. Und schließlich beabsichtigen sehr viele Menschen, in nächster Zeit von öffentlichen Verkehrsmitteln auf private Transportmittel wie das eigene Auto oder das Fahrrad umzusteigen. Voll im Trend liegt auch der gute alte Fußmarsch. Etwa die Hälfte möchte dagegen künftig weder den Bus noch Züge, U-Bahnen, Flugzeuge oder Taxis nutzen. Gleichzeitig steigt auch die Abneigung gegen Sharing-Angeboten für PKWs, Fahrräder oder E-Scooter.        

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