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#Männertage-Kampagne
Media-Markt erntet Shitstorm – ein Hilfeschrei?

Wegen der neuen Männertage-Kampagne von Media-Markt liegen dem Werberat bereits mehrere Beschwerden vor. Denn Media-Markt will auffallen. Um jeden Preis.

Text: W&V Redaktion

8. November 2018

Der Hilfeschrei von Media-Markt
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Ob der aktuelle Shitstorm das Ziel von Media-Markt war? Zumindest bescheren die Sexismus-Vorwürfe dem Elektronikhändler und seiner aktuellen Kampagne #Männertage zurzeit viel Aufmerksamkeit. 

Zum Weltmännertag am 3. November thematisierte Media-Markt die "Männertage", also die Zeit, in der Männer aufgrund unerklärlicher Einflüsse reizbar oder depressiv sind. Das perfektes Mittel dagegen seien Elektrogeräte und die Rundumbetreuung in den Media-Markt-Filialen.

Die Kampagnenidee kann man mögen oder nicht. Anstoß fanden viele Internetnutzer vor allem an einem bestimmten Motiv mit Sophia Thomalla:

"An diesen Tagen streichelt er alles, was Knöpfe hat", sagt die Schauspielerin auf dem Motiv, das sie mit einem knappen Blüschen zeigt, das vor der Brust gerade so von einem Knopf zusammengehalten wird. Viele Social-Media-Nutzer reagierten empört auf die Posts, Plakate und Banner, die die Münchner Agentur Zum Roten Hirschen entwickelt hat:

Zum Beispiel die Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign PolicyKristin Lunz twitterte:

Auch die freie Journalistin Silke Burmester äußerte sich:

Außerdem beschwerte sich der Blogger Nathan Mattes – und bekam prompt Antwort von Media-Markt selbst: "Hast Du auch Deine Tage?"

Laut den Stuttgarter Nachrichten liegen bereits mehrere Beschwerden wegen des Motivs beim Deutschen Werberat vor. Damit hat es Media-Markt geschafft - und ist wieder einmal im Gespräch. Das hat der Händler nach einem schlechten Sommer, mehrerer Gewinnwarnungen und einer Entlassungswelle in der Führungsetage anscheinend dringend nötig. Denn Media-Markt, und auch die Schwester Saturn, waren schon mal sichtbarer und hörbarer

Mit dieser Kampagne will Media-Markt also wieder zurück kommen. Man darf sie als einen sehr lauten Hilfeschrei der Ceconomy-Tochter verstehen – nicht mehr und nicht weniger. Besonders viel Sensibilität kann man in der Situation wohl nicht erwarten. 

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