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ICE-Bordrestaurants
Mehr Currywurst: Bahn ändert Speisekarte

Die Deutsche Bahn will günstiger werden - zumindest was Speisen und Getränke angeht. Das hat schon was für sich: Wer länger als geplant im Zug sitzt, kann wenigstens billig "frustessen".

Text: W&V Redaktion

25. Oktober 2018

Currywurst à la Deutsche Bahn.
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Die Deutsche Bahn wird im Dezember das gastronomische Angebot in ihren Fernzügen verändern. Die Speisekarte in ICE und IC werde "etwas kleiner" als bisher, dafür könnten mehr von den beliebtesten Gerichten mitgenommen werden, wie das Unternehmen mitteilte. So müssten Gäste seltener enttäuscht werden, wenn ihr Wunschgericht nicht mehr vorrätig sei. Die Bahn erwarte dadurch eine höhere Zufriedenheit ihrer Gäste, erläuterte der Marketingchef der Bahn-Fernverkehrssparte, Michael Peterson. "Was Reisende am liebsten essen, wird neu interpretiert - abwechslungsreich und vielfältig. Dafür investieren wir unter anderem in ein neues Sortiment, das Tradition und Moderne verbindet, höherwertigere Zutaten zum Einsatz bringt und den Kunden mehr Flexibilität gibt, die Speisen auch an ihren Platz mitzunehmen."

Nach seinen Angaben senkt die Bahn auch die Preisniveau - wie stark, ließ Peterson jedoch offen. Zusätzlich will die Bahn in den Bordrestaurants und Bistros für einige Wochen mit Sonderangeboten locken und zum Beispiel den Kaffee in dieser Zeit für 2,50 statt 3,00 Euro anbieten. Auf der Speisekarte sollen noch häufiger Klassiker wie Currywurst oder Chili con Carne zu finden sein, jedoch in einer verfeinerten Variante - die Wurst etwa mit Tortilla-Streuseln, das Chili mit einem Klecks Schmand.

Die Bahn wolle auch ein besserer Gastgeber werden, dazu gehöre auch ein persönlicherer Auftritt. "Wir wollen die Gäste umsorgen", erläuterte die Leiterin der Service-Strategie im Fernverkehr, Ramona Fellner. Die Bordgastronomen und Zugbegleiter würden entsprechend geschult. Sie sollen weniger Bahndeutsch sprechen und dürften je nach Region die Passagiere künftig auch mit "Moin, moin" oder "Grüß Gott" begrüßen.

Bahnchef Richard Lutz hatte sich schon früher zum Angebot von Speisen und Getränken an Bord bekannt: "Solange ich Bahnchef bin, wird's Gastronomie in den Zügen geben, das ist gar keine Frage." Die Bahn sei bereit, die Voraussetzungen für mehr Fahrgäste in den Zügen zu schaffen, so wie das die Bundesregierung wünsche. Die Kapazitäten im Schienennetz und bei den Fahrzeugen müssten vergrößert werden. Es sei nicht zu übersehen, "dass wir in manchen Bereichen und in bestimmten Situationen an der Grenze der Belastung angekommen sind." Mehr Kapazität sei der Schlüssel für die Lösung dieser Probleme.

Bei einer Veranstaltung in Berlin ("Mobilität erleben") stellt die Bahn rund 50 Neuerungen in ihrem Angebot in Zügen und an Bahnhöfen vor. "Wir wollen unseren Kunden komfortable und verlässliche Züge bieten. Deshalb modernisieren wir jetzt die erste Intercity-Generation und nehmen dafür 18 Millionen Euro in die Hand. Bei der Kundeninformation setzen wir auf digitale Helfer, wie beispielsweise Monitore, die in Echtzeit über Fahrtverlauf, nächste Halte und Anschlüsse oder sogar über An- und Abflugzeiten informieren", sagt Berthold Huber, DB-Vorstand Personenverkehr. Außerdem werden komplett neue Toiletten eingebaut.

Eingeladen sind unter anderem zahlreiche (Reise-)-Blogger, die die Veranstaltung unter dem Hashtag #dbme18 kommentieren.

Bei der Veranstaltung geht es nicht nur ums leibliche Wohl, sondern auch um autonomes Fahren. Der Prototyp der E-Busse von Ioki dreht schon seit einem Jahr seine Runden im niederbayerischen Bad Birnbach:

am/dpa

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