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Plus-Size-Model Nyome Nicholas-Williams
Mehr nackte Brüste bei Instagram - dank Protestaktion

Instagram löschte mehrmals Fotos des Models Nyome Nicholas-Williams. Sie zeigte sich nackt, ihre Brust bedeckend - nichts Neues auf der Plattform. Nach Rassismus-Vorwürfen lockerte Instagram jetzt seine Vorgaben.

Text: W&V Redaktion

27. Oktober 2020

Instagram löschte mehrfach freizügige Bilder des Models, obwohl solche Fotos auf der Plattform gewöhnlich sind.
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Wieso dürfen sich dünne, weiße Models auf Instagram halb nackt zeigen und kurvige, dunkelhäutige Models nicht? Diese Frage stellte sich die 28-jährige Nyome Nicholas-Williams. Die Fotografin Alexandra Cameron machte Bilder des Models, das sich selbst curvynyome auf Instagram nennt und postete diese. Kurz darauf wurden die Fotos gelöscht - auch nach weiteren Versuchen.

Auf den Bildern saß das Model freizügig auf einem Hocker, die Brust mit den Armen bedeckt. Eine beliebte Pose auf Instagram. Doch die Plattform löschte die Fotos. Der angebliche Grund: Nacktheit oder sexuelle Aktivität. Schuld daran ist der Algorithmus von Instagram, der Posts aussortiert, die gegen die Richtlinien verstoßen. 

Fans starten Kampagne #Iwanttoseenyome

Als dem Model die Löschung ihres Accounts drohte, starteten Fans eine Hashtag-Kampagne #Iwanttoseenyome und kämpften gegen die Zensur des Plus-Size-Models. Über 1300 Fotos gibt es mittlerweile unter diesem Hashtag.

Über Wochen hinweg postete Nyome weiterhin freizügige Fotos von sich und gab nicht auf. Für sie seien die Nackt-Fotos Kunst und sie wolle es sich nicht verbieten lassen, diese auf ihrem Account zu posten, wenn doch andere, weiße und dünne das doch auch dürften.

Der Kampf war erfolgreich. Ab dem 28. Oktober ändert Instagram offiziell seine Bestimmungen gegen Nacktheit. "Es kann noch einige Zeit dauern, bis sichergestellt ist, dass wir diese neuen Updates korrekt durchsetzen, aber wir sind entschlossen, dies richtig zu machen", sagte eine Instagram-Sprecherin und gab zu, dass Bilder von Nyome Nicholas-Williams fälschlicherweise entfernt wurden. Das Model freut sich:

Der Algorithmus wird künftig unterscheiden zwischen Bildern, auf denen jemand die Brust mit den Armen oder Händen bedeckt hält und auf denen, die "Brustgrabschen" darstellen. Letzteres gilt als pornografisch und wird weiterhin entfernt. "Diese Richtlinienänderung ermöglicht jetzt, Selbstdarstellung und Kunst von pornografischen Inhalten zu unterscheiden", schreibt das Model. 

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Autor: Nadia Riaz

volontierte bei W&V und Kontakter, war anschließend Redakteurin bei LEAD, wo sie ihre Begeisterung für Digital- und Tech-Themen entdeckte. Nadia hat München für Hamburg ausgetauscht und schreibt jetzt als freie Autorin für W&V am liebsten über Blockchain und KI.

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