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"La Dolce Vulva"
Mit Socken gegen Vulva-Scham

Obwohl die Vulva in der heutigen Gesellschaft noch immer ein Tabu ist, unterliegt sie einem unrealistischen Schönheitsideal. Gofeminin, Vulvaversity und MSTRY wollen mit Socken dagegen ankämpfen.

Text: W&V Redaktion

12. November 2021

Mit Gofeminin hat sich das kleine Sockenlabel einen großen Kooperationspartner geholt.
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Am 15. November 2021 launcht das Socken-Label MSTRY Berlin in Kooperation mit dem Publisher Gofeminin eine Kollektion der ganz besonderen Art: Mit den limitierten Socken "La Dolce Vulva" wollen die beiden Unternehme ein Statement gegen unrealistische Vulva-Schönheitsideale setzen. Zwei Euro pro verkauftem Sockenpaar werden zudem an das Vulvaversity Kollektiv gespendet, das sich für die Schambefreiung der Vulva einsetzt. 

Was ist Vulva-Scham?

2018 veröffentlichte die internationale Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (ISAPS) Statistiken zu chirurgischen Eingriffen und stellte fest, dass sich die Anzahl der durchgeführten Vulvalippenkorrekturen um ein Vielfaches gesteigert hatten. Wurden im Jahr 2015 noch 5.296 Vulvalippenkorrekturen durchgeführt, so stieg diese Zahl 2018 bereits auf 8.743 an. Im Jahr 2017 verzeichnete die Korrektur der Vulvalippen mit 23 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 sogar den stärksten Anstieg aller chirurgischen Eingriffe.

Ein Trend, der durch die Medien und die Pornoindustrie etabliert und befeuert wird, sagen Gofeminin und MSTRY. Denn obwohl die Vulva in der heutigen Gesellschaft noch immer ein Tabuthema ist und Gespräche über sie oftmals nur hinter vorgehaltener Hand stattfinden, unterliege sie gleichzeitig einem Schönheitsideal, welches realitätsferner nicht sein könnte. Eine Vulva habe glatt, rasiert und vollkommen symmetrisch zu sein. Scham, Unsicherheiten und ein schlechtes Körpergefühl sind die Folgen, mit denen zahlreiche Menschen jeglichen Alters zu kämpfen haben. 

Die Begrifflichkeiten tragen dazu bei

Catarina Loewenthal, Head of Innovation & Product Development bei Gofeminin sagt: "Als Online-Magazin, das sich nicht nur für Women-, sondern auch für Human-Empowerment einsetzt, möchten wir ein deutliches Statement gegen dieses Shaming setzen und feiern mit 'La Dolce Vulva' die Vulva in all ihren Formen und Farben!" Denn es gibt keine Norm für das Erscheinungsbild einer Vulva. Jede Vulva sei einzigartig und ein Unikat, das sich nicht nach den Regeln der Medien- und Pornowelt richtet. 

Auch Alexander Nicolaus, der Gründer des Fair-Fashion-Socken-Labels MSTRY Berlin, möchte dem Thema Vulven-Diversität eine größere Plattform geben. Für ihn führte der Austausch auf privater Ebene zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dieser speziellen Form des Body Shamings: "Allein, wenn wir einen Blick auf die Begrifflichkeiten werfen, müsste uns auffallen, dass es an der Zeit, ist etwas zu verändern. Das fängt bei den Worten Schambereich und Schamlippen an und hört bei negativen Wortwitzen über Vaginas auf."

In anderen Ländern werden "Schamlippen" unter der medizinischen Bezeichnung Labien geführt. Hierzulande haftet den Vulvalippen, Venuslippen oder einfach Labien jedoch oftmals eine schamhafte Verwendung an. In feministischen Social-Media-Kreisen läuft daher schon länger eine Initiative, die sich gegen die Abschaffung des Wortbestandteils "Scham" einsetzt. So auch The Female Company. "Es ist eben mehr als nur ein Wort. Es trägt in wesentlichen Teilen zur Unsicherheit und Problematisierung der weiblichen Geschlechtsteile bei. Die weibliche Sexualität und Lust wurden über Jahrhunderte tabuisiert und für nicht existent erklärt. Wir möchten mit unserer 'La Dolce Vulva' Kooperation auf die Besonderheiten der Vulva hinweisen und zu einem positiven Bild in der Gesellschaft beitragen", so Alexander Nicolaus über die Initiative.

Die limitierte Kollektion ist ab dem 15. November über den Gofeminin-Newsletter erhältlich, sowie ab dem 19. November über den MSTRY-Online-Shop.


Autor: Marina Rößer

hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt die Diplom-Politologin beim Fotografieren und Kochen aus und bringt sich zudem Design und das Programmieren bei.

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