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Digitalisierung
Mittelstand: Festhalten an der Old-School-Denke

Corona-bedingt wollen Mittelständler die Digitalisierung schneller vorantreiben. Doch dabei machen sie um wirklich neue Technologien einen Bogen, kritisiert Tobbias Schlömer von Thought Leader Systems.

Text: W&V Redaktion

30. Oktober 2020

Die Pandemie beschleunigt zwar die Digitalisierungspläne im Mittelstand, doch es fehlt an Mut zu wirklich Neuem, so Tobbias Schloemer von Thought Leader Systems.
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Jedes zweite mittelständische Unternehmen (48 Prozent) rechnet damit, noch mindestens ein bis zwei Jahre mit den Auswirkungen von Covid19 auf den Geschäftsalltag zu kämpfen zu haben. In etwa genauso viele Mittelständler – 51 Prozent – attestieren, dass ihre Investitionsentscheidungen in punkto Digitalisierung durch die Pandemie beschleunigt werden, vor allem um Marketing und Vertrieb zu stärken. Das zeigt die aktuelle Studie „Digitalisierung in deutschen Unternehmen: Wie die Corona-Ära Marketing und Vertrieb verändert“, die das Consulting- und Dienstleistungsunternehmen Thought Leader Systems in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und dem Software-Spezialisten Adobe durchgeführt hat.

Doch Digitalisierung ist längst nicht mehr Digitalisierung. Ein Hauptaugenmerk der Digitalisierungspläne der KMU liegt auf vertriebsunterstützender Software, wie etwa CRM-Systeme. Solche Pläne jedoch sieht Tobbias Schloemer, Co-Geschäftsführer des Consulting- und Dienstleistungsunternehmens Thought Leader Systems, eher als Old School und alles andere als ausreichend: „Leider haben wir es einer Pandemie zu verdanken, dass Deutschland endlich aufwacht und das Thema Digitalisierung in Angriff nimmt. Erstaunlich ist, dass dabei noch immer lieber auf Altbewährtes statt auf moderne Technologien gesetzt wird“, so Schloemer. „Investitionen in CRM-Systeme sind sicherlich kein Schritt in die falsche Richtung. Zwar bieten CRM-Lösungen hervorragende Möglichkeiten zur Bestandskundenbetreuung. Das Gewinnen von Neukunden ist jedoch nur schwer damit möglich.“

Besser Marketing Automation statt nur CRM

Schloemer empfiehlt hier stattdessen Investitionen in Marketing Automation, die noch dazu viele CRM-Funktionalitäten gleich mit abdecken würden. Tobbias Schloemer: „Unsere Umfrage zeigt, dass viele Mittelständler durch Covid-19 Probleme haben, an Kunden zu gelangen. Hier ist ein Umdenken gefordert, was leider für viele Unternehmer ein schmerzhafter Lernprozess ist. Aber mit modernen, leistungsfähigen Technologien lohnt sich gerade jetzt ein Schritt in die Zukunft.“

31 Prozent der Befragten erhoffen sich der Studie zufolge durch die Digitalisierung eine Effizienzsteigerung, 24 Prozent erwarten ein Umsatzwachstum, jeweils 18 Prozent sehen das größte Potenzial in den Bereichen Automatisierung und Einsparungspotenziale.

Was die einzelnen Unternehmensbereiche betrifft, so planen 23 Prozent der befragten Unternehmen eine Prozessoptimierung, jeweils 21 Prozent haben Digitalisierungsmaßnahmen in Marketing und Vertrieb auf der Agenda, 16 Prozent in der Produktion, elf Prozent im Controlling und sieben Prozent im Einkauf.

 

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Autor: Christiane Treckmann

Als Redaktionsleiterin von W&V verantwortet Christiane Treckmann vor allem die Themenumfelder in der Printausgabe von W&V, die W&V Reports sowie diverse Sonderprodukte. Ihr Motto: Nutzwert statt Buzzword-Bingo. Zum Verlag W&V kam Christiane 2001, damals wahrscheinlich noch mit Klapphandy. Seitdem verfolgt sie vor allem, wie Medien und Mediennutzung die Gesellschaft verändern.

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