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Markenhaltung
Modelabel Human Blood trennt sich von Sheepworld

Die Kooperation des Labels gegen Rassismus mit den bekannten Comicschafen endet, weil der Sheepworld-Chef gegen die Rettung von Flüchtlingen ätzt.

Text: W&V Redaktion

4. Juli 2019

Human-Blood-Gründer Benjamin Hartmann (Vordergrund) hat seine Modemarke gegen Rassismus und Ausgrenzung gegründet.
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Das Modelabel Human Blood beendet die Zusammenarbeit mit Sheepworld. Dessen Gründer hatte sich in einem (mittlerweile nicht mehr öffentlichen) Facebook-Beitrag zur Verhaftung von Carola Rackete geäußert - unakzeptabel für die Modemarke.

Denn hier treffen eine Marke mit Haltung und eine Hassbotschjaft aufeinander. Human Blood gibt es gerade wegen des zunehmenden Alltagsrassismus. Benjamin Hartmann hat die Marke gegründet, um ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz zu setzen. Weil "Human Blood" nur eine Farbe hat.

Mit den Aussagen von Sheepworld-Chef Tobias Hiltl unvereinbar, so die Modemarke.

Human Blood sitzt in Amberg in der Oberpfalz - und hat erst vor wenigen Wochen bekanntgegeben, mit der bekannten, ebenfalls aus der Region stammenden Marke Sheepworld zu kooperieren. Die wolkig gemalten Schafe zierten seither die T-Shirts von Human Blood.

Den Screenshots zufolge, die Human Blood gemacht hat, ätzte Tobias Hiltl auf Facebook gegen die "Schlepperin und Menschenhändlerin" Carola Rackete; die Kapitänin des Seenotrettungsschiffs Seawatch 3 war am Wochenende in Italien verhaftet worden und ist inzwischen auf freiem Fuß. Und das sei nicht das erste Mal gewesen, dass Hiltl gegen Flüchtlinge geschrieben habe. "Leider haben wir nicht gründlich recherchiert und nun durch aufmerksame Fans unserer Marke erfahren, dass der Gründer und Vorstand der Sheepworld AG Tobias Hiltl, auf seinem privaten Facebook-Profil gegen Flüchtlinge [hetzt]", schreibt Human Blood in seiner Erklärung zur Kooperation und deren Ende.

Sheepworld: Vielleicht weniger flauschig, als es wirkt.

Das sei "absolut unvereinbar mit unserer Marke und unserer Philosophie" - nun entgehe Human Blood zwar einiges an Umsatz, "aber unsere Werte sind uns wichtiger als Gewinn und Profit". Die bislang aus der Kooperation erwirtschafteten Gewinne werden vollständig an die Seenotrettung gespendet, kündigt Human Blood an; die noch nicht verkauften T-Shirts mit den Schafcomics "bekommen Geflüchtete, die die Mission Lifeline im Mittelmeer aufsammelt und nichts anzuziehen haben", ergänzt das Label in der Erklärung auf seiner Website.

Die Facebook-Freunde von Human Blood begrüßen die Entscheidung - sehr wenige Hetzer versuchten, die Gelegenheit zu nutzen, bekamen aber von den Human-Blood-Fans Kontra.

Die Gruppe Oberpfalz Medien zitiert die Facebook-Reaktion von Hiltl auf Hartmanns Entscheidung (mittlerweile nicht mehr öffentlich): "Das ist mal echt konsequent. Gratuliere euch (sic!) so konsequent andere Meinungen zu diskreditieren!" und: "Scheinbar passt auch eine andere, realistische Meinung nicht zu Euch, sprich alles außerhalb einer linken Meinung wird niedergetrampelt und vernichtet! So läuft das hier scheinbar. - Naja, ist halt so im linksgrünen Millieu! (sic!) Toleranz gilt nur in eine Richtung!"

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