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Verbraucherschutz
Mogelpackungen des Jahres nominiert

Mehr ist weniger. Wenn die Verpackung so groß wirkt wie bisher, aber weniger drin ist als früher, gibt es dafür einen Preis der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie hat fünf Kandidaten nominiert.

Text: W&V Redaktion

7. Januar 2019

Die fünf Kandidaten mit den kreativsten Mogelpackungen des Jahres
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Die Hamburger Verbraucherzentrale sucht wieder die "Mogelpackung des Jahres". Bis zum 20. Januar kann mensch online abstimmen. Monieren will der Verein damit versteckte Preiserhöhungen, die besonders dreist daherkommen. Die fünf Kandidaten dafür stehen jetzt fest.

Chips, Schokolinsen, Käse, Wurst - alles dabei

Da wären zunächst die Chipsletten von Lorenz Snack-World: Sie sind je nach Laden um bis zu 70 Prozent teurer, weil die Füllmenge bei gleichem Preis von 170 auf 100 Gramm schrumpft. Die Verpackungsdose bleibt aber fast gleich groß, Verpackungsmaterial braucht das Unternehmen dafür 25 Prozent mehr. Lorenz ist laut Verbraucherzentrale schon in der Vergangenheit immer wieder mit solcherlei Mogelpackungen aufgefallen.

Dann: Smarties von Nestlé: In der so genannten Riesenrolle fehlen 20 Gramm der beliebten Schokolinsen und das schon zum zweiten Mal in vier Jahren, wie die Verbraucherzentrale schreibt. Insgesamt ist das Produkt dadurch über 30 Prozent teurer geworden.

Der Mini Babybel von Bel: Fünf statt sechs, eine Käsekugel Babybel weniger im Netz. Die versteckte Preiserhöhung beträgt bis zu 20 Prozent. Die meisten Verbraucher dürften die Schummelei gar nicht bemerken, denn wer zählt schon die Kugeln?! Der Hersteller begründet die Tat mit einer Umstellung auf Milch aus gentechnikfreier Fütterung.

Truthahnsalami Light von Dulano (Lidl): Die Light-Variante der Truthahnsalami enthält nicht weniger Fett als die normale Truthahnsalami desselben Herstellers. Dafür ist der Aufschnitt um 33 Prozent teurer, weil weniger Scheiben in der Packung sind. So einfach geht das.

Schließlich: Obstwiese Rheinisches Apfelkraut von Grafschafter: Den Fruchtaufstrich gibt es trotz neuer Verpackung und neuen Namens zwar noch zum gleichen Preis, aber im kleineren Glas. Damit wird die Obstwiese um 41 Prozent teurer. Alle Details zum Verpackungsschmuh lesen Sie auf der Website der Verbraucherzentrale.

Händler wie Hersteller profitieren

Bei allen Produkten bekommen die Konsumierenden also weniger Inhalt zum gleichen Preis, Hinweise darauf fehlen aber stets. Die Verbraucherzentrale kreidet die Gier auch den Händlern an, die das Spiel der Hersteller mittrügen. Denn nur sie dürfen die Verkaufspreise festlegen. Hier geht's zur Abstimmung.

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