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International
Neu in den USA: High-Tech-Erdbeeren für 50 Dollar

Eine japanische Firma züchtet in den USA nach alter Tradition High-Tech-Erdbeeren, die dreimal süßer sein sollen als normale Früchte. Eine Schale kostet 50 Dollar. Das Geschäftsmodell erinnert an Tesla.

Text: W&V Redaktion

12. November 2021

Japanische Erdbeeren aus vertikalen Gärten in den USA: So funktioniert das Beeren-Business.
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Das neueste High-Tech-Produkt aus den USA sind: Erdbeeren. Genauer gesagt: Erdbeeren, die technisch so fortschrittlich und aufwändig gezüchtet sind, dass der Hersteller sein Geschäftsmodell bereits mit Tesla vergleicht. Die Preise für die Tesla-Erdbeeren sind ähnlich luxuriös: Wie Business Insider berichtet, zahlen die Küchenchefs der Spitzenrestaurants in Manhattan 50 Dollar für eine Schale mit acht großen Früchten. Die Geschäftsidee kommt aus Japan, wo es absurd teures Luxus-Obst wie Melonen oder Mangos beinahe überall zu kaufen gibt. Eine eckig gezüchtete Wassermelone kann dort bis zu 700 Euro kosten.

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Japan-Klima in den USA

Die Omakase-Erdbeeren, die jetzt die US-Gourmettempel erobern, wurden bisher nur in den japanischen Alpen gezüchtet. Sie sollen zwei- bis dreimal süßer sein als normalsterbliche Früchte. Laut Hiroki Koga, Gründer und CEO von Hersteller und Züchter Oishii, schmecken Standard-Erdbeeren im Vergleich so langweilig und wässrig "wie Gurken". Er hat das Zuchtverfahren in die USA exportiert. Weil dort die klimatischen Bedingungen aus Japan fehlen, wachsen die Luxus-Beeren in riesigen Hallen in New Jersey, Los Angeles und New York City. Durch die Treibhäuser schwirren Bienen zum Bestäuben. Roboter mit künstlicher Intelligenz sorgen dafür, dass exakt das aus Japan gewohnte Klima mit "leichtem Regen, kühlen Winden und heller Sonne", so Koga, nachgeahmt wird – und dass jede Beere zum idealen Zeitpunkt geerntet wird.

Stückpreis 6,25 Dollar

Nur erfahrene japanische Farmer, die in den USA arbeiten, sind in der Lage, perfekte Früchte zum Stückpreis von 6,25 Dollar zu züchten, erklärt Hiroki Koga, der Elon Musk der Erdbeeren: "Da die vertikale Landwirtschaft ihre Ursprünge in Japan hat, sind die Landwirte von Oishii in den Methoden des Erdbeeranbaus geschult, die im Laufe der Jahrzehnte in den Ausläufern der japanischen Gebirge entwickelt wurden." Er erwartet, dass die Preise der Super-Beeren in Zukunft noch steigen werden. Investoren sind ähnlich hoffnungsvoll. In der neuesten Finanzierungsrunde hat Oishii 50 Millionen Dollar eingesammelt.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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