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Rassismus-Debatte
Neuer Name der "Zigeunersauce" regt viele auf

Knorr tauft seine "Zigeunersauce" in "Paprikasauce Ungarische Art" um. Daraufhin entwickelt sich in den Sozialen Medien ein Glaubenskrieg: Während viele Beifall spenden, drohen andere mit Knorr-Boykott.

Text: W&V Redaktion

17. August 2020

Bald heißt sie "Paprikasauce Ungarische Art".
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Dass die Umbenennung einer Fertigsauce für so viel Aufruhr sorgt, hätte sich Lebensmittelkonzern Unilever wohl nicht gedacht: Die Entscheidung, die "Zigeunersauce" der Marke Knorr künftig unter dem Namen "Paprikasauce Ungarische Art" zu verkaufen, lässt die Gemüter hochkochen.

Dabei will Unilever mit der Namensänderung eine gute Sache unterstützen – nämlich die Abschaffung rassistischer Namen für Produkte, die zuletzt auch in den USA stark diskutiert wurde. Bei Knorr hat man sich dafür entschieden, da der Produktname "negativ interpretiert werden kann", so das Unternehmen in einem Statement.

Die Namensänderung ist nur ein Anfang

Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma sieht die Umbenennung positiv – hält sie aber nicht für die dringlichste Aktion in dem Zusammenhang: "Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund 'Zigeunerschnitzel' und 'Zigeunersauce' nicht von oberster Dringlichkeit", so die Interessenvetretung gegenüber Bild. Viel wichtiger sei es, Begriffe wie "Zigeuner" kontextabhängig zu bewerten, "wenn etwa in Fußballstadien 'Zigeuner' oder 'Jude' mit offen beleidigender Absicht skandiert wird."

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Während viele die Entscheidung begrüßen, gibt es parallel auch Konsumenten, die sich ihre "Zigeunersauce" partout nicht nehmen lassen wollen und strikt gegen die Veränderung sind. Insbesondere auf Twitter und Facebook tobt der Glaubenskrieg um die Tomatensauce mit Paprika und Zwiebeln.

Mancher hält den neuen Namen für komplett überflüssig:

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Andere hingegen für längst überfällig:

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Und andere machen dem Rest klar, worum es eigentlich am Ende geht:

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Fest steht: Das Produkt wird in den kommenden Wochen unter dem neuen Namen im Handel Einzug halten. Bis dahin dürfte sicher schon ein neuer Aufreger gefunden sein.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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