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Super Bowl 2019: Hunde, Promis, Politik
Neues aus dem Super-Bowl-Werbeblock

Wir wissen, wer im Football-Finale der USA spielt. Und langsam konkretisieren sich auch die Pläne der Werbekunden, die sich das teure Umfeld 2019 leisten.

Text: W&V Redaktion

24. Januar 2019

Budweiser zeigt bereits seinen kompletten Spot, der zum Super Bowl geschaltet wird. Erneut ist die Botschaft politisch. Trotz Hund.
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Schon wieder Tom Brady und seine Patriots: Zum dritten Mal hintereinander spielen die New England Patriots um den Super Bowl. Im Finale der Football-Liga treffen sie am 3. Februar im Mercedes-Benz-Stadium in Atlanta auf die Los Angeles Rams. 2017 gewannen die Patriots gegen die Atlanta Falcons, 2018 unterlagen sie im NFL-Finale den Philadelphia Eagles. Die Rams und die Patriots hatten sich am vergangenen Sonntag in Spielen mit umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen und jeweils erst in der Verlängerung gegen ihre Kontrahenten, die New Orleans Saints und die Kansas City Chiefs, durchgesetzt.

So viel zum Sport. Denn eigentlich geht es beim Super Bowl natürlich um die Werbung, um die besten Spots und die teuersten Webeschaltungen (gute 5 Mio. Dollar für 30 Sekunden) überhaupt. Übertragen wird das Spiel diesmal von CBS (bei uns auf Pro Sieben Maxx und Ran.de).

Dass der Konzern PepsiCo sich auf prominente Zugpferde verlässt, deutete sich bereits vorige Woche an: In den Teasern für Doritos und Bubly treten die Backstreet Boys, Chance the Rapper und Sänger Michael Bublé auf. Für die Cola Pepsi selbst hat der US-Konzern in bisherigen Teasern den Footballspieler Calvin Ridley und den Rapper Lil Jon eingespannt. Viel Text hat der nicht.

           

Lil Jon soll der Star eines 30-Sekünders im Super-Bowl-Werbeblock sein (Agentur: Goodby, Silverstein & Partners). Weitere Star-Power kommt dazu: Komiker Steve Carell und Rapperin Cardi B sind ebenfalls in Teasern für Pepsi zu sehen.

Darüber hinaus aber konstatiert das Branchenmagazin Adage 2019 eher eine geringere Promidichte als in den Jahren zuvor: bisher 15 Prominente - fünf Frauen, zehn Männer - werden die in Super-Bowl-Spots auftreten. 56 waren es 2018 Promis.

Das liegt unter anderem an Kia. Wie der Autohersteller in seinem Teaser ankündigt, wird er das Geld, das sonst in Promi-Gagen investiert wird, für unbekannte Menschen ausgeben, für Bildung. Gerade vor dem Hintergrund des Shutdowns in den USA ein Statement (Agentur: David & Goliath).

Zuletzt hatte Kia mit Stars wie Steven Tyler 2018 und Melissa McCarthy 2017 im Super Bowl geworben. Diesmal soll es um Bildungsprogramme für junge Menschen gehen.

Drei Promi-Frauen ersetzen männliche Stars

2019 gibt zum Beispiel Kristin Chenoweth im Spot für Avocados From Mexico ein paar Hündchen Gesangsunterricht (Agentur: Energy BBDO). Jedenfalls im Teaser. Die Schauspielerin war unter anderem in der musiklastigen Serie Glee und in der Polit-Serie The West Wing zu sehen. Chenoweth ist der erste weibliche Promi, den die Avocado-Genossenschaft zum Super Bowl einsetzt.

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Ebenfalls einen männlichen Promi ablösen wird Christina Applegate. 2018 hatte für die Marke M&M's Danny DeVito einiges aushalten müssen. Im 2019er-Teaser ist zu sehen, dass nun die Schauspielerin aus "Eine schrecklich nette Familie" offenbar Ziel eines bösen Scherzes (oder wie es auf Youtube heißt: Pranks) ist. Wer hinter dem "Lock Game" steckt, wird wohl am 3. Februar enthüllt. Verantwortlich für M&M's ist die Stammagentur BBDO New York.

Weibliche Prominenz gibt es auch bei Anheuser-Busch Inbev für die Marke Stella Artois. Sarah Jessica Parker wird noch einmal in die Rolle von Carrie Bradshaw aus "Sex & the City" schlüpfen (Agentur: Mother). 2018 warb Schauspieler Matt Damon für die Biermarke und Water.org.

Und noch ein Comeback: Vampirjägerin Buffy, ebenfalls lang raus aus dem TV-Programm, kehrt sozusagen wieder. Sarah Michelle Gellar ist für die Feuchtigkeitscreme Olay aktiv - und erinnert uns dabei an die Horror-Rollen, die sie bekanntgemacht haben ("Buffy", "Scream", "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast"): Denn das Motto der Kampagne lautet "Killer Skin". Warum? Das wird wohl erst am 3. Februar mit dem 30-Sekünder klar.

Drei der Teaser zum 18-Sekünder zusammengeschnitten präsentiert Olay auf Youtube.

Fünf der ultrakurzen Horrorteaser hat Olay bisher ins Netz gestellt. Dahinter steckt die Agentur Saatchi & Saatchi.

Die ersten beiden kompletten Super-Bowl-Spots

Parkers Kollege Luke Wilson darf derweil einen ganz normalen Büromitarbeiter spielen - der seinen Kollegen ganz schön auf die Pelle rückt. Was er, so der Spot, machen kann, weil er seine Zähne mit Colgate Total putzt (Agentur: Red Fuse). Die Marke aus dem Haus Colgate-Palmolive hat bereits den kompletten Spot veröffentlicht.

Ebenso wie Budweiser (Agentur: Vayner Media). Ohne Promi, aber mit Bob Dylan als musikalische Verstärkung.  Der Spot ist so montiert, dass er wie in einer einzigen Einstellung gedreht wirkt. Und: Budweiser kombiniert bewährte Komponenten: Es spielt ein Hund mit, es gibt die berühmten Budweiser-Pferde (Clydesdales) zu sehen, es geht um Tradition und Moderne - und um eine politische Haltung. Alle diese Elemente hatte Budweiser bereits früher erfolgreich eingesetzt.

Schon 2017 erweckte Budweiser den Eindruck, einen ganz anderen Kurs als der US-Präsident Donald Trump zu befürworten. Vor zwei Jahren erzählte die Brauerei die Geschichte des Einwanderers und seines Gründers Adolphus Busch - kurze Zeit, nachdem Trump einen "travel ban" ausgesprochen hatte. Nun geht es um erneuerbare Energien und ein Öko-Image fürs Bier. Trump glaubt nicht an den Klimawandel und setzt auf traditionelle Energielieferanten.

Eine Langversion seines Super-Bowl-Spots für Devour hat Kraft Heinz veröffentlicht. Mehr zu diesem lasterhaften Film und warum es eine gekürzte Version für den 3. Februar gibt, lesen Sie hier.

Übrigens: Im Skittles-Musical außer Konkurrenz wird "Dexter"-Star Michael C. Hall in New York auf der Bühne stehen (Agentur: DDB). Skittles kauft erneut bewusst keine Werbezeit im Super Bowl, inszeniert seine einmalige Bühnenshow aber genau zu dem Termin und bekommt so trotzdem die Aufmerksamkeit der Medien und des Publikums. Hall erklärt die Idee - bei einer Therapiesitzung.

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