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Refill-Programm
Nivea und Axe gibt es bald im Nachfüllbehälter

Wer Deos, Müsli oder Saft über die Plattform Loop kauft, kann die Verpackungen zurückgeben. Sie werden bequem an der Haustür abgeholt. Beiersdorf, Nestlé und Unilever sind dabei.

Text: W&V Redaktion

24. Januar 2019

Nivea-Men im Nachfüllbehälter
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Bei dieser Initiative zur Vermeidung von Verpackungsmüll kommt Startup-Spirit mit Konzern-Knowhow zusammen: Terracycle startet die No-Waste-Einkaufsplattform Loop und kooperiert dazu mit 25 Unternehmen, darunter Beiersdorf, Procter & Gamble, Pepsico, Unilever und Nestlé. Die Initiative hat zum Ziel, Einwegverpackungen zu vermeiden und Konsumenten eine einfache und umweltfreundliche Lösung anzubieten, wie sie ihre alten Produktverpackungen zurückgeben können.

Die leeren Behältnisse aus Glas, Stahl oder anderen Materialien werden von Loop im Rahmen eines Abomodells zu Hause abgeholt, gereinigt und schließlich nachgefüllt, wiederverwendet oder recycelt. Die Waren müssen dazu über die Onlineplattform gekauft werden, die Preise sollen nicht höher als im Supermarkt sein, allerdings wird ein Pfand pro Packung erhoben.

Beiersdorf nimmt mit einem Produkt aus der Nivea-Men-Range an der Pilotphase teil. Anschließend will Beiersdorf auswerten, ob sich der innovative Ansatz als  langfristige Lösung eignet. Auch Nestlé hat vor einigen Tagen ambitionierte Pläne zur Plastikvermeidung vorgestellt: bis 2015 will der Konzern komplett auf nicht recyclebares Plastik verzichten.

Unilever füllt für das Experiment Deos von Axe und Dove in Stahlbehälter, insgesamt neun Produkte. Pepsico liefert Orangensaft der Marke Tropicana in Glasflaschen und packt das Quaker-Müsli in Edelstahlbehälter. P&G ist mit zehn Marken dabei, etwa Shampoo, Waschmittel und sogar einer Zahnbürste, deren Griff haltbarer sein soll und deren Kopf austauschbar ist.

"Nachhaltigkeit hat bei Beiersdorf eine lange Tradition. Die Loop-Plattform ist ein ausgezeichneter Ansatz, um durch die komplette Wiederverwendung unserer Produktverpackungen Ressourcen zu schonen", sagt Dorle Bahr, Head of Environmental Sustainability. Michael Becker, Head of Packaging, ergänzt: "Wir freuen uns, bei dieser innovativen Idee von Anfang an dabei zu sein, und sehen großes Potenzial darin, auch Mehrwegverpackungen neben den klassischen Verpackungen für unsere Produkte zu etablieren."

Nach Terracycle-Chef Tom Szaky besteht das Kernprinzip von Loop darin, die durch Einwegverpackungen verursachten Umweltprobleme zu lösen und gleichzeitig den Komfort für die Konsumenten zu erhalten. Er erklärt: "Im Prinzip ist Loop die Neuerfindung des Milchmanns der fünfziger Jahre: Damals wie heute werden Produkte in wiederverwendbaren Verpackungen an die Tür geliefert und nach ihrem Verbrauch wieder abgeholt und neu befüllt. Loop ist damit die Zukunft des Konsums – eine Zukunft, in der Müll durch wiederbefüllbare Produktverpackungen ersetzt wird." Szaky hat das Unternehmen 2001 gegründet, damals noch als Student, und testet seitdem verschiedenen Recycling-Ideen.

Die Pilotphase von Loop wird sich zunächst auf den Großraum Paris und den Nordosten der Vereinigten Staaten, darunter die Stadt New York, beschränken. Später ist London an der Reihe. Je Stadt können sich interessierte Verbraucher für den Einkauf über die neue Online-Einkaufsplattform bewerben. Start ist im Mai in Paris. Hier können 5000 Kunden teilnehmen.

Loop-Logo

Innovative Verpackungsideen und Trends der Branche sind auch Thema beim 2. Packaging Summit am 3. und 4. April 2019 in München, zu dem W&V und Neue Verpackung einladen. Mehr zum Programm und den Referenten gibt es unter www.packagingsummit.de. Anmeldungen mit Frühbucherrabatt sind bereits möglich.

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