Anzeige

W&V Data-Ranking Pkw-Markt
Nur Renault trotzt dem verhagelten Autofrühling

Der April lief mies – vor allem was die Spendings im Pkw-Markt angeht. Trotz Umsatzrückgang erhöhte Renault jedoch den Werbedruck – als einziger unter den Top-Playern, wie W&V Data zeigt.

Text: W&V Redaktion

22. Mai 2020

Der neue Golf soll auf den Markt wie andere Modelle auch. Doch statt mit Markenpower glänzten die Autobauer im April mit Abwesenheit.
Anzeige

Bei den deutschen Herstellern büßte Volkswagen mit all seinen Fahrzeugmarken im April gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 72,7 Prozent ein, Daimler sogar 78,8 Prozent, BMW 65,3 Prozent lag. Renault und PSA müssen gar 80 Prozent verschmerzen, nur noch getoppt durch Fiat-Chrysler mit fast 90 Prozent (mehr dazu hier).

Da mag es aufs Erste vielleicht einleuchtend erscheinen, wenn die Autobauer die Werbespendings analog zum schlechten Umsatz ebenso drastisch reduzieren. Was die Autobauer, angeführt von Volkswagen, im April aufgewendet haben und wie sie ihre schmal gewordenen Budgets auf die diversen Medienkanäle verteilt haben, sehen Sie im nachfolgenden W&V Data-Sonderranking, gestützt auf die Zahlen unseres Partners Nielsen.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Ein neues Auto kaufen im Lockdown - so gut wie unmöglich. Angst um den Arbeitsplatz und die finanzielle Zukunft, geschlossene Autohäuser oder schlichtweg andere Sorgen, alle auf den Nenner Corona gebracht, verhagelten den traditionellen Autofrühling. Dabei scheint parallel der Wunsch, ein eigenes Auto zu fahren, derzeit wieder zu erstarken – als sichere Alternative gegen virusbelastete öffentliche Verkehrsmittel und generell als Ausdruck, sich wieder mehr aufs Private zu besinnen.

Vielleicht war es das, was Renault bewogen hat, sich antizyklisch zu verhalten. Als einziger der fünf stärksten Werbungtreibenden im Pkw-Markt, wie unsere zweite W&V-Data-Analyse zeigt. Renault, von den Umsatzrückgängen deutlich mehr als VW oder Daimler betroffen (s.o.) erhöhte seinen Werbedruck um 4,6 Prozent und schiebt sich damit bei 49,44 Mio. Euro brutto Gesamtvolumen für den Zeitraum Januar mit April 2020 auf die Pole Position im untenstehenden W&V Data-Rankings der Autobauer, erstellt auf Basis des W&V Data-Dashboards zu den Top-Branchen und ihren Playern im Mediamix. Alle anderen setzen auf erhöhte Abwesenheit – insbesondere Opel mit Minus 50 Prozent seiner Spendings (s. Tabelle unen).

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Der Rückzug vieler Autobauer aus der Medienöffentlichkeit ist umso mehr eine frappierende Marketingentscheidung, als gerae beim Autokauf ein sehr langdauernder Kaufentscheidungsprozess vorausgeht. Gute Reichweiten, attraktive Werbeumfelder und hohe Aufmerksamkeit der Mediennutzer hätte man dafür jetzt alles haben können. Bleibt abzuwarten, inwieweit im Mai ein zweiter Autofrühling winkt.

Deutschlands größter Autobauer steht da als stärkster Werbungtreibender im April zumindest mit dem neuen Golf in den Startlöchern - wenn auch die heute wegen Rassismus-Vorwurf vieldiskutierte und mittlerweile zurückgenommene Insta-Story nicht das ist, was in Corona-Deutschland die alte Liebe zu den Autobauern beflügelt.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Anzeige