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Parthenon-Performance-Ranking
Nur zwei Onliner unter den 10 beliebtesten Händlern

Die Corona-Krise verschärft die bestehenden Probleme des Handels. Kunden kehren nur zögerlich in die Läden zurück. Die Drogeriekette dm kann ihren Vorsprung als beliebtester Einzelhändler aber weiter ausbauen.

Text: W&V Redaktion

3. Juli 2020

Die Drogeriekette dm ist der beliebteste Einzelhändler in Deutschland.
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Trotz des Wachstumsschubs beim Online-Handel verteidigen Händler mit stationärer Herkunft ihre führenden Positionen bei der Kundenzufriedenheit. Aktuell befinden sich mit Amazon und Westwing nur zwei reine Online-Anbieter unter den Top-10. Beide haben im vergangenen Jahr aber in der Kundengunst verloren. Das ist das Ergebnis des aktuellen Performance-Rankings der Technologieberatung EY­-Parthenon.

Die Drogeriemarktkette dm führt dabei die Beliebtheitsskala weiter an und baut ihren Vorsprung vor Rossmann und Christ noch aus. Die Online-Anbieter holen jedoch auf und werden wohl einen Teil des durch den Lockdown hinzugewonnenen Umsatzes dauerhaft bei sich behalten.

"Im zweiten Halbjahr werden wir sehen, ob Online-Händler den Rückenwind dauerhaft nutzen können, den sie durch Corona gewonnen haben", sagt Christian Ziegfeld, Partner bei EY-Parthenon. Einige der stationären Händler mit Online-Angebot hätten aber mit Sicherheit das Potenzial, die reinen Onliner weiterhin auf Abstand zu halten, glaubt der Handelsexperte.

Das sind die Händler mit der größten Kundenzufriedenheit

(Quelle: Parthenon-Performance-Ranking; in Klammern: Gesamtbeurteilung, Index aus 100 möglichen Punkten)

1. dm Drogerie (75,1)

2. Rossmann (68,0)

3. Christ Schmuck (67,5)

4. Fressnapf Tierbedarf (67,3)

5. Amazon (66,1)

6. Ikea Möbel (65,7)

7. Zooplus Tierbedarf (65,4)

8. Wempe Schmuck (65,1)

9. Westwing Shopping Club (64,6)

10. Douglas (64,2)

dm ist schon im dritten Jahr in Folge Deutschlands beliebtester Händler: Das Unternehmen dominiert die Konkurrenz in den Kategorien Preis-Leistungs-Verhältnis, Sortimentsauswahl, Attraktivität und Nähe seiner Filialen sowie Kundenvertrauen.

"Die Corona-Krise ist in vielen Fällen nur ein Brandbeschleuniger für vorhandene Trends", sagt Ziegfeld. "Das trifft insbesondere auf die deutliche Verschiebung in Richtung Online und die steigende Bedeutung von Digitalkompetenzen zu." sagt Ziegfeld. Zwar bleibt das Vertrauen in die Händler weiter der wichtigste Aspekt für die Kundenzufriedenheit. Große Auswirkungen auf das Ranking haben aber auch das Sortiment und die digitale Kompetenz.

Stationär geprägte Branchen (Lebensmitteleinzelhandel, Heim und Garten, Tierbedarf) konnten im vergangenen Jahr mit ihren neuen Digitalkompetenzen bei den Verbraucher*innen punkten und verkürzten damit den Abstand zu stärker onlinegeprägten Branchen. Seit Beginn der Corona-Krise hat sich dieser Trend verstärkt fortgesetzt.

Kundschaft kehrt nur zögerlich in die Geschäfte zurück

Verbraucher holen allerdings ihre aufgeschobenen Konsumausgaben nur teilweise nach, und dies auch erst dann, wenn die persönliche finanzielle Lage ausreichend sicher erscheint. Fast zwei Drittel aller Befragten bestätigten, dass ihnen der Einkauf unter den aktuellen Bedingungen keinen Spaß mache. "Besonders für die zweit- und drittbesten Einzelhändler im Marktsegment wird es schwer", glaubt Ziegfeld.

Beim Kampf um Stammkunden spielt Online eine wichtige Rolle

Da der klassische Einkaufsbummel derzeit kaum stattfindet, werden die Stammkunden und -kundinnen für die Händler immer wichtiger. Sie müssen ihre Stammkundschaft so gut wie möglich halten und den Vorteil, die erste Anlaufstelle zu sein, möglichst gut nutzen. "Jetzt ist die Zeit, die Kundendaten, die Händler in den letzten Jahren in großem Stil gesammelt haben, gezielt einzusetzen", rät Ziegfeld. Auch der Online-Kanal wird dabei immer wichtiger, denn auch Menschen, die stationär einkaufen wollen, werden weiterhin einen höheren Anteil der Beratung online suchen.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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