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Sponsorenschelte
Özil kritisiert DFB-Sponsor Mercedes-Benz

Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft macht Mesut Özil seiner Enttäuschung Luft. Auch Sponsoren kriegen ihr Fett weg - außer Adidas.

Text: W&V Redaktion

23. Juli 2018

Sponsor Adidas steht weiter zu Özil.
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In einem zweiten ausführlichen Beitrag auf Twitter, Facebook und Instagram rechnet Fußballstar Mesut Özil nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft auch mit Sponsor Mercedes-Benz, dem DFB und den Medien über den Umgang mit ihm als Person ab.

Nachdem sich Özil während des türkischen Wahlkampfs mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hatte ablichten lassen, distanzierte sich DFB-Generalsponsor Mercedes-Benz von Özil als Markenbotschafter. Der Fußball-Spieler kritisierte - ohne den Stuttgarter Autokonzern direkt zu nennen - der Sponsor habe ihn aus einem WM-Werbespot geworfen, alle für das Turnier vorgesehenen Promotions mit ihm gestrichen und den Vorgang "Krisen-Management" genannt.

Hier der Tweets zu den Medien und Sponsoren:

Der erste Tweet erklärte sein Treffen:

Der Rücktritt aus der Nationalelf:

Als "besonders ironisch" habe er empfunden, schreibt Özil in seinem Tweet, dass der Fußballverband zwar von ihm verlangt habe, sich von dem Foto mit Erdogan zu distanzieren, von seinem Generalsponsor aber keine öffentliche Erklärung zu den Vorwürfen des Abgasbetrugs verlangt habe. Mercedes wird 2019 als DFB-Generalsponsor von VW abgelöst.

Daimler-Sprecher Jörg Howe schrieb dazu auf seinem Twitter-Account:  "Wir werden uns die Vorwürfe von Mesut Özil gegenüber den Medien, dem DFB und den Sponsoren in Ruhe ansehen, bewerten und anschließend entscheiden".

Özil kritisierte - ohne jedoch deren Namen zu nennen - auch das Verhalten zweier weiterer Sponsoren, die "aus Angst vor den Medien"  nicht mehr als Partner bei einem sozialen Projekt an seiner ehemaliger Schule in Gelsenkirchen hätten auftreten wollen, wo es um die Integration von Migrantenkindern gegangen sei. Sie hätten ihn kurz vor einem gemeinsamen Auftreten an der Schule im Stich gelassen.

Er lobt dagegen ausdrücklich die Loyalität seiner Partner Adidas, Beats und Big Shoe. Sie hätten "über dem Unsinn gestanden, den deutsche Medien über ihn verbreitet" hätten und ihn während der WM weiter bei sozialen Projekten in Russland unterstützt. Den Medien seien solche sozialen Projekte, die für ihn persönlich eine große Rolle spielen, dagegen keine Erwähnung wert gewesen.

Inzwischen meldet die dpa: Der Sportartikelhersteller Adidas will Fußballspieler Mesut Özil trotz seines Ausscheidens aus der Nationalmannschaft weiterhin unterstützen. "Wir bedauern, dass Mesut Özil nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft spielen wird. Als Markenbotschafter bleibt er selbstverständlich ein Mitglied der Adidas-Familie", sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen der dpa.

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