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Online-Handel
Otto investiert massiv in Plattform-Strategie

Die Otto Group macht Amazon Konkurrenz. Der Konzern investiert massiv in seine Online-Plattformstrategie für die Marke Otto. 1.500 Händler und Marken sollen bis Ende des Jahres dazu kommen.

Text: W&V Redaktion

27. Mai 2020

Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group
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Die Otto Group hat ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 4,8 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro gesteigert. Die reinen Onlineumsätze wuchsen um 6,2 Prozent auf rund 8,1 Milliarden Euro. In Deutschland war das Wachstum noch größer. Hier verzeichnete Otto ein Plus von 7,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wächst von 222 auf 432 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss steigt von 177 auf 214 Millionen Euro.

Plattform-Strategie

Allein die Einzelgesellschaft Otto legt beim Umsatz um 8,8 Prozent auf 3,484 Milliarden Euro zu. Zugleich investierte das Unternehmen in abgelaufenen Geschäftsjahr einen dreistelligen Millionenbetrag in den Wandel hin zu einer Plattform für Marken und andere Händler im Themenbereich Wohnen. Bis Ende dieses Jahres will Otto 1500 neue Partner gewonnen haben, kündigte Vorstandschef Alexander Birken auf der virtuellen Bilanz-Pressekonferenz an. Damit entwickelt sich Otto in diesem Bereich zunehmend zur Konkurrenz für Amazons Marketplace.

Die Otto-Plattform wird auch aus Sicht der Händler immer attraktiver. So gewann Otto – auch bedingt durch die Corona-Krise – allein in den Monaten März und April 300.000 neue Kunden dazu. Seit Anfang dieses Jahres bis April fanden über eine Million neue Kunden zu Otto, berichtet Alexander Birken.

Das Online-Geschäft wächst überproportional. Die Otto-Group verzeichnet hier ein Plus von 6,2 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Davon erwirtschaftet das Unternehmen allein 5,7 Milliarden Euro in Deutschland. Das EBIT der Otto Group im Segment Multichannel-Einzelhandel wuchs von 25 auf 83 Millionen Euro.

Gleichwohl positioniert sich die Otto Group als verantwortungsvolles Unternehmen. "Wir werden unsere Werte nicht an der Garderobe der Digitalisierung abgeben", sagte Vorstandschef Alexander Birken auf der Pressekonferenz.

Phänomen About You

"Die Otto Group sieht sich mit ihren seit Jahren stringenten und fokussierten Investitionen in digitale Geschäftsmodelle mittel- und langfristig im Wettbewerbsvorteil", sagt Alexander Birken. So erzeuge die konsequente Entwicklung von Plattformen wie Otto und About You eine erhöhte Nachfrage von zumeist stationär agierenden Marken und Händlern, die von diesen starken Ökosystemen profitieren wollen.

Insbesondere das Wachstum von About You ist immens. Das Fashion- und Technologie-Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 61,6 Prozent auf 739 Millionen Euro. Künftig wird About You aufgrund der Gesellschafterstruktur nicht mehr im Konzernumsatz verbucht.

Corona-Krise als Katalysator

Die Corona-Krise hat dem Online-Handel einen Schub gegeben. Als Beispiel nennt Alexander Birken die zum Konzern gehörende Marke Manufactum. Dort werde das Geschäft traditionell zu 50 Prozent stationär erwirtschaftet. Doch die durch Corona bedingten Ladenschließungen hatten keine negativen Auswirkungen auf die Umsätze. Das Geschäft konnte komplett online kompensiert werden.

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Über die Otto Group 

1949 in Deutschland gegründet, ist die Otto Group heute eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit rund 52.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 30 wesentlichen Unternehmensgruppen und mehr als 30 Ländern Europas, Nord- und Südamerikas und Asiens. Ihre Geschäftstätigkeit erstreckt sich auf die drei Segmente Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service. Das Geschäftsjahr 2019/20 endete am 29. Februar. Mit einem Umsatz von 14,3 Milliarden Euro und einem Onlineumsatz von rund 8,1 Milliarden Euro gehört die Otto Group zu den weltweit größten Onlinehändlern.


Autor: Rolf Schröter

Rolf interessiert sich prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders für alles, was mit Design und Auto zu tun hat. Auch wenn er selbst gar kein Auto besitzt.

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