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Mitglieder-Umfrage
OWM-Mitglieder sind von Facebook enttäuscht

83 Prozent der OWM-Mitglieder finden, dass Facebook zu wenig gegen Hate Speech unternimmt. Die Ergebnisse einer Mitglieder-Umfrage zeigen eine hohe Bereitschaft, Werbung auf der Plattform zu stoppen.

Text: W&V Redaktion

10. Juli 2020

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Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) hat ihre Mitgliedsunternehmen zur #stophateforprofit-Initiative befragt. 83 Prozent der Befragten bewerten die bisherigen Bemühungen von Facebook gegen Hate Speech als unzureichend. Als Folge dessen, haben bereits 36 Prozent der befragten Unternehmen Kampagnen gestoppt oder planen dies zu tun. Jedes dritte Unternehmen befindet sich noch in der Bewertungsphase und hat noch nicht entschieden, ob Kampagnen gestoppt werden sollen.

Auf den Monat Juli selbst haben sich bisher nur 16 Prozent der Teilnehmer festgelegt. Die meisten haben ihre Pausierung bisher nicht mit einem Enddatum versehen. Doch viele der Befragungsteilnehmer haben keineswegs nur Facebook und die dazu gehörenden Töchter, wie zum Beispiel Instagram im Blick: Über die Hälfte (53 Prozent) der teilnehmenden OWM-Mitglieder überdenkt im Hinblick auf Hate Speech, extremistische oder diskriminierende Inhalte auch seine Aktivitäten auf weiteren Social-Media-Plattformen.

"Wir haben die klare Forderung an alle Social-Media-Plattformen, konsequent und unnachgiebig gegen Hate Speech, Fake News und diskriminierende Inhalte vorzugehen", sagt OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz. "Diese Position vertreten wir seit Jahren sowohl in der Öffentlichkeit wie auch im partnerschaftlichen Dialog mit den Marktpartnern mehr als deutlich. Die OWM und ihre Mitgliedsunternehmen erwarten von den Marktpartnern, dass sie deutlich schneller und konsequenter agieren."

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Beim Umfrageergebnis handelt es sich um ein Stimmungsbild

"Wir wissen, dass Facebook und andere Social-Media-Plattformen in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung von Hate Speech ergriffen haben", sagt OWM-Digitalchefin Christine Diener. "Wir sind mit diesen Marktpartnern permanent im Austausch und erkennen dies auch an. Vor dem Hintergrund der aktuellen Aktion ist es aber wichtig, nicht rückwärtsgerichtet auf Verbesserungen zu verweisen, die man bereits umgesetzt hat, sondern vorwärtsgerichtet zügig weitere Maßnahmen zu ergreifen, um Hate Speech, Fake News und diskriminierende Inhalte wirksam zu bekämpfen. Auch wenn andere Plattformen in der aktuellen Aktion #stophateforprofit nicht unmittelbar angesprochen werden, zeigt die große Anzahl der Mitglieder, die ihre Aktivitäten auch auf weiteren Social-Media-Plattformen überdenkt, dass auch diese weitere Verbesserungen vornehmen müssen."

Das Ergebnis der OWM-Mitgliederumfrage ist aber nur ein Stimmungsbild. Es ergibt sich aus den Rückmeldungen von 30 Mitgliedsunternehmen und stellt weder eine repräsentative Stichprobe der OWM-Mitgliedschaft noch eine generelle Aussage zur Haltung der werbenden Unternehmen in Deutschland dar. Die Daten wurden im Rahmen einer anonymisierten schriftlichen Befragung in der Zeit vom 2. Juli 2020 bis zum 6. Juli 2020 unter den OWM-Mitgliedern erhoben.

Nach langer Zurückhaltung haben sich Ende der Woche erstmals auch Mediaagenturen zum Facebook-Werbeboykott geäußert.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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